Bereits bei einem Laster wird's eng auf der Zwickauer Straße. Wenn sich dann noch zwei begegnen, könnte es schnell auch für Fußgänger und Anwohner gefährlich werden. Bereits bei einem Laster wird's eng auf der Zwickauer Straße. Wenn sich dann noch zwei begegnen, könnte es schnell auch für Fußgänger und Anwohner gefährlich werden.

Foto: A. Wohland

Wildenfelser fordern Umgehungsstraße

Anwohner der schmalen Stadtdurchfahrt mit engen Kurven leiden unter dem Verkehr vor ihrer Haustür

Wildenfels. In einem offenen Brief beklagen 36 Anwohner der Zwickauer Straße (S 283) den stark gestiegenen Verkehr vor ihren Haustüren. "Die Woche über ist das Verkehrsaufkommen zeitweise so hoch, dass man die Fahrbahn als Fußgänger nicht überqueren kann und aus seinem Grundstück nur unter äußerst schwierigen Bedingungen mit dem Auto heraus- beziehungsweise in dieses hineinfahren kann", heißt es im Brief.

Besonders belastend seien wochentags die Brummis, weil sie Lärm und Abgase verursachen. Aber selbst am Wochenende gebe es keine Ruhe, "nicht mal einige Sekunden. Das ist nicht mehr zumutbar". Die Anwohner sind der Meinung, dass nur eine Umgehungsstraße für Wildenfels eine Entlastung bringen kann. Bis dahin sollte zumindest ein Durchfahrtverbot für Laster und Busse (außer Linienbusse) verhängt werden, schlagen die Betroffenen vor. Zurzeit können einige Anlieger kurz durchatmen: Die Straße wird aus Richtung Autobahn auf 400 Metern von Ortseingang bis Einmündung Schönauer Straße saniert und ist in dem Bereich gesperrt. Aber auf dem restlichen Stück donnern die Laster weiter durch die Stadt.

Bürgermeister Tino Kögler (parteilos) kann die Anwohner zwar "gut verstehen. Aber eine Umgehungsstraße sehe ich als illusorisch an." Etwas Geschwindigkeit könnte aus Köglers Sicht herausgenommen werden, wenn das Tempo zwischen Sparkasse und Abzweig nach Härtensdorf auf 30Kilometer pro Stunde begrenzt würde. Doch die Stadt kann die Geschwindigkeit nicht heruntersetzen, da es sich um eine Staatsstraße handelt.

Ilona Schilk, Pressesprecherin im Landratsamt, schickt der Stellungnahme ihrer Behörde gleich den Satz voraus: "Die Anwohner der Zwickauer Straße werden mit den Antworten der Kreisverwaltung nicht zufrieden sein." Eine Staatsstraße könne nicht für Laster gesperrt werden. "Es gibt aus Sicht der Kreisverwaltung keine Möglichkeit der Verkehrsberuhigung, auch nicht durch eine Geschwindigkeitsbegrenzung aus Richtung Hartenstein bis zum Abzweig Härtensdorf", schreibt die Pressesprecherin.

Steffi Schön, Leiterin der Niederlassung Plauen des Landesamtes für Straßenbau, bestätigt, dass es keine konkreten Pläne für eine Wildenfelser Umgehungsstraße gibt. Und auch für Laster könne die Trasse nicht gesperrt werden. Ein Durchfahrtsverbot für Schwerlastverkehr sei mit der Funktion einer Staatsstraße, die laut sächsischem Straßengesetz dem Durchgangsverkehr dient, nicht vereinbar.

 
erschienen am 03.08.2012 ( Von Viola Martin )
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