Außer Konkurrenz und trotzdem offensiv: Wilkau-Haßlaus Bürgermeister Stefan Feustel wirbt um eine möglichst hohe Wahlbeteiligung. CDU-Parteikollege und Stadtrat Toni Rißmann hing am Montag Plakate auf.
Foto: Ralph Köhler
Wilkau-Hasslau: Nur ein Kandidat tritt am Sonntag zur Bürgermeister-Wahl an
Wahlkampf wird trotzdem betrieben
Wilkau-Hasslau. Vor sieben Jahren hat Stefan Feustel einen Kampf gegen zwei Mitbewerber um den Bürgermeistersessel führen müssen, am Sonntag wird es eher ein einsames Ringen um möglichst viele Stimmen. "Erfahrungsgemäß ist die Beteiligung nicht allzu hoch, wenn nur einer auf dem Wahlzettel steht", sagt der 48-Jährige. Ein Gegenkandidat hat sich in den vergangenen Wochen nicht gefunden. Und so bleibt den Wilkau-Haßlauern, ihr Kreuz beim Amtsinhaber zu machen oder einen eigenen Kandidatenvorschlag zu unterbreiten. Diese Option sorgt für ein wenig Restspannung bei einer Wahl, die schon vor dem Urnengang entschieden scheint.
Die Wahlbeteiligung ist es, die Feustel in den verbleibenden Tagen so etwas wie Wahlkampf machen lässt. "Mir ist wichtig, dass die Leute hingehen und für mich ein Kreuz machen oder auch jemand anderes draufschreiben", sagt er. Seit Montag hängen die ersten Plakate mit Feustels Konterfei rund ums Rathaus, ein Flugblatt mit Erfolgen der vergangenen und Vorhaben der nächsten sieben Jahre lässt er an die Haushalte verteilen. Auflage: 7000 Stück.
Dass er keinen Gegenkandidaten hat: Feustel sagt, er sehe das mit einem lachenden und einem weinenden Auge. "Hätte es in den vergangenen Jahren Probleme gegeben, wäre bestimmt noch jemand angetreten", sagt er und will aus der Tatsache des fehlenden Konkurrenten eine Anerkennung für seine Arbeit herauslesen. Andererseits sagt auch Feustel, dass eine Wahl mit mehr als einer Option für die Wähler attraktiver ist. "Nur kann ich es ja nicht ändern, dass kein zweiter Bewerber antritt."
Auch wenn sich Feustel "ein bisschen aufgeregt" gibt, ist er in Gedanken längst schon bei seinen nächsten Aufgaben. Die Comeniusschule zu sanieren steht ganz oben auf der Liste, das Stadion auf dem Sandberg zu modernisieren direkt darunter. Was in den vergangenen sieben Jahren nicht gut gelaufen ist? "Am meisten ärgert mich, dass die Kirchberger Straße noch immer nicht instandgesetzt wurde", sagt er.

