Ein großer Teil der Brautechnik, die sich in der Vielauer Brauerei befindet, geht wieder in Privatbesitz über.
Foto: Marcus Richter/Archiv
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Vielauer Bierstreit ist beigelegt
Vielau. Bei einem Treffen in den Räumen der Vielauer Brauerei wurde am Freitag die Basis geschaffen, vorm Zwickauer Amtsgericht ging es am Montag um Detailfragen: Ein fast zwei Jahre dauernder Streit zwischen den Eigentümern des Brauereigebäudes in dem Reinsdorfer Ortsteil und der Gemeinde als Mieterin eines Teils der Räume ist mit einem Vergleich beigelegt worden. Die Beteiligten einigten sich darauf, dass die historischen Braugeräte in dem Gebäude bleiben. Die Gemeinde Reinsdorf, die Eigentümerin der Geräte ist, verkauft einen großen Teil davon für 7500 Euro an Erika und Manfred Lorenz, die Besitzer des Gebäudes. Weil die Brauerei unter Denkmalschutz steht, wäre es ehedem nicht erlaubt gewesen, das Inventar zu entfernen. Es gilt nämlich als fester Bestandteil des Hauses.
Mietvertrag wird aufgelöst
Klar ist seit Montag auch, dass der Verein Museumsbrauerei Vielau das Braumuseum, das in dem Gebäude jahrelang untergebracht war, und die Brauanlagen nicht mehr betreiben wird. Die Gemeinde Reinsdorf hatte den Verein vor Jahren damit beauftragt. Ein eigentlich noch bis Ende des Jahres laufender Mietvertrag, den die Gemeinde vor zehn Jahren mit den Hauseigentümern für die Museumsräume geschlossen hatte, wird zum 29. Februar beendet. Das Museum war sowieso in den zwei Jahren, die der Streit schwelt, nicht mehr geöffnet worden.
Dass die Gemeinde dem Verein erlaubte, die Räume zu nutzen, ohne die Hauseigentümer vorher zu fragen, war einer der zentralen Punkte der juristischen Auseinandersetzungen. Erika und Manfred Lorenz werteten das als Verstoß gegen den Mietvertrag. Sie kündigten deshalb Mitte 2010 den Mietvertrag und tauschten die Schlösser aus. Daraufhin urteilte das Gericht zwar, dass der Gemeinde weiter Zugang zu gewähren ist. Allerdings untersagten Lorenz' den Mitgliedern des Museumsbrauerei-Vereins, die Räume weiter zu betreten. Womit faktisch klar war, dass das Museum nicht mehr öffnen würde.
Damit stellte sich die Frage, was mit den Brauutensilien geschieht. Spätestens mit Auslaufen des Mietvertrages Ende 2012 hätte die Gemeinde als Eigentümerin der Geräte keinen Zutritt mehr zu diesen gehabt. Wiederum hätte Bürgermeister Steffen Ludwig (parteilos) Familie Lorenz aber die Nutzung des Inventars untersagen können. Durch die Einigung gehen die Geräte, die zum Bierbrauen notwendig sind, in den Besitz der Hausbesitzer über.
Einige Streitpunkte bleiben
Obwohl der Vergleich der Schlusspunkt unter einen langen Streit sein soll: Weitere Auseinandersetzungen sind nicht ausgeschlossen. Gegen eine Entscheidung der Denkmalschutzbehörde, nach der ein Kühler und ein Bierfüller nicht in der Brauerei verbleiben müssen, hat Familie Lorenz bei der Landesdirektion Chemnitz Widerspruch eingelegt. Gegen eine zurzeit noch ausstehende Entscheidung der Behörde könnte der Verlierer dann klagen. Zudem konnten sich Lorenz' und Gemeinde am Montag nicht einigen, wer die Rechnung für eine zurückliegende Baumaßnahme an der Brauerei bezahlt.


