Die Zeltmensa verschwindet bis zum Herbst.
Foto: Andreas Wohland
Zeltmensa auf dem Scheffelberg-Campus hat ausgedient
Damit damit sind Bauarbeiten noch nicht beendet
Zwickau. Hausbesitzer wissen es: Man ist nie fertig mit der Arbeit. An einer Hochschule ist das ähnlich. Man kann - nein: muss - immer etwas verbessern. Und so reicht das derzeitige Modernisierungskonzept für die Westsächsische Hochschule (WHZ) bis ins Jahr 2016. Und am nächsten Konzept wird schon wieder gestrickt.
Ein Provisorium geht, eins kommt
Wenn mit dem Abriss des Jacob-Leupold-Baus in vier Jahren diese Bauphase abgeschlossen ist, dann ist gut eine Generation vergangen. Und dann hat sich vieles, das am Anfang des Jahrtausends noch neu und wichtig war, bereits schon wieder überlebt. "Die Abläufe ändern sich ständig", sagt Jörg Mundt, Dezernent für Technik an der WHZ. Deswegen hinke man zwangsläufig der Entwicklung hinterher. "Trotzdem sind wir modern", fügt er an. Genau so soll auch das Hörsaal- und Mensagebäude auf dem Scheffelberg werden. Daran wurde zwar vor knapp zehn Jahren schon einmal gebaut - nun geht eine neu strukturierte Mensa in Betrieb, und die Hörsäle werden innen saniert.
Damit hat nun auch das letzte Stündlein der Zeltmensa geschlagen, ein Provisorium, das den Studenten fast alles bieten konnte außer Pommes frites. Die konnten im Zelt nicht zubereitet werden. Neben frittierten Kartoffeln erwartet die Studierenden ab dem Wintersemester aber auch wieder mehr Behaglichkeit. Jedenfalls beim Essen. Dafür beginnt während der Vorlesungen die Zeit der Provisorien. Einige Veranstaltungen können laut Dezernent Mundt in anderen Gebäuden auf dem Campus stattfinden. Doch oft muss die Innenstadt als Ausweich herhalten. Wenn die Hörsäle mit Beginn des Sommersemesters wieder genutzt werden können, hat der Freistaat knapp 4 Millionen Euro ist dieses Gebäude investiert.
Gleichzeitig sind Arbeiten im Haus 6 auf dem Scheffelberg-Campus im Gang. Bis zum Herbst soll die Innensanierung des Instituts für Wirtschaftswissenschaften abgeschlossen sein. Dann ist das Gebäude auch komplett behindertengerecht ausgebaut, und es sind alle Häuser auf Vordermann gebracht.
Das gilt nicht für die Innenstadt. Dort stehen auch wieder große Veränderungen an. Nachdem erst im Frühjahr die Produktionstechniker eine neue Halle bekommen haben, wird die Laborhalle im Rasmussenbau an der Äußeren Schneeberger Straße umgebaut - und das während des laufenden Betriebes. "Die energetische Sanierung von Dach, Fassaden und Toren ist fertig. Das hat rund 830.000 Euro gekostet", sagt Mundt. Nun beginnt auf einer Fläche von zunächst 650 Quadratmeter der Innenausbau. Neben verbesserter Haustechnik bekommt das Technikum 1 auch neue Versuchsstände.
Maschinenbau rückt zusammen
Denn wieder einmal wird an der WHZ umstrukturiert. Nachdem die Fügetechnik im Frühjahr in die neu gebaute Laborhalle umgezogen ist, rücken nun die Maschinenbauer wieder enger zusammen. Die sind derzeit ein wenig im Hochschulgelände verteilt, einige von ihnen arbeiten noch im Leupold-Bau, dessen Tage allerdings gezählt sind. Es steht auch schon fest, was sein Nachfolger-Bau wird: ein neues Mensa- und Hörsaalgebäude. Das aber steht schon wieder auf einem neuen Blatt. Damit beginnt ein weiterer Bauabschnitt in der Geschichte der Westsächsischen Hochschule in Zwickau.
Der Leupold-Bau verschwindet in vier Jahren.
Foto: Andreas Wohland
2001 wurde das Haus 2 auf dem Innenstadt-Campus umfassend saniert. 7,4 Millionen Mark hat es gekostet, das Gebäude von der Elektrik bis zu neuen Büroräumen auf dem Dachboden auf Vordermann zu bringen.
2003 ist die Bibliothek auf dem Scheffelberg übergeben worden. Der Umbau des Hörsaal- und Mensagebäudes hat 1,6 Millionen Euro gekostet.
2004 wurde der August-Horch-Bau eingeweiht. Mit dem 14 Millionen Euro teuren Bau ging die Neugründung des Instituts für Kraftfahrzeugtechnik einher.
2005 sind drei sanierte Häuser auf dem Innenstadt-Campus in Betrieb gegangen. Die Arbeiten an der Aula, dem Alten Stadthaus und dem Verwaltungs- und Rektoratsgebäude kosteten 3 Millionen Euro.
2008 begann auf dem Scheffelberg-Campus eine weitere Bauphase. Für rund 7 Millionen Euro wurden Gebäude und Außenflächen saniert, ebenso Versorgungsleitungen und Wege.
Im April 2012 ging die Laborhalle für die Produktionstechniker in Betrieb. Der Bau unweit der Glück-auf-Brücke kostete 6,6 Millionen Euro.

