Erpel Karlsson labt sich bis zum letzten Krümel am KraftfutterFoto: Frank Löscher/ privat
Ziehvater ist erleichtert: Erpel Karlsson kehrt zu seiner Familie zurück
Ente der Hartensteiner Flugformation wurde nicht wie befürchtet vom Fuchs gefressen
Frank Löscher aus Hartenstein kann sein Glück kaum fassen: "Hurra, unser Karlsson ist wieder da!", berichtet er euphorisch. Bei einem seiner regelmäßigen Spaziergänge zu einem Teich in Hartenstein, wo seine Enten inzwischen leben, hat der 48-Jährige den Erpel am Mittwochabend entdeckt. Karlsson fraß gar aus der Hand seines Ziehvaters. So, als wäre das Tier nie von der Gruppe getrennt gewesen.
Fast einen Monat war Karlsson der Erpel verschwunden. Frank Löscher erkennt ihn an einem grünen Ring am Bein. Karlsson war stets der hungrigste, aufgeweckteste und kräftigste der Truppe. Umso mehr sorgte sich Frank Löscher, als der schöne Erpel am 26. September am Teich fehlte. Schließlich wäre das gut genährte Tier für einen Fuchs eine willkommene Mahlzeit. Es ist jedoch nicht unüblich, dass sich erwachsene Tiere von ihrem Familienverband lösen. Frank Löscher hoffte. Er sollte Recht behalten.
Am Mittwoch landete Karlsson in der Dämmerung als letzter auf dem Teich und wurde von seinen Geschwistern begrüßt. Der Hartensteiner Hobby-Pilot ließ es sich nicht nehmen, sein vermisstes Tier auf den Arm zu nehmen und an sich zu drücken. Selbst nach mehr als drei Wochen in der Wildnis habe der Erpel keine Scheu gezeigt. Auch beim Kraftfuttertanken war er wie gewohnt neben Erpel Bruno vorn dabei. "Karlsson hat sich dann noch den letzten Rest aus der Futtertüte geholt", erzählt Frank Löscher. Er führt regelmäßig Tagebuch über das Leben seiner Enten in freier Wildbahn.
Das gefiederte Sextett wurde von Hand aufgezogen. Frank Löscher hatte die Enten seit Ende Juni groß gezogen, um mit ihnen zu fliegen. Ein großer Traum des selbsständigen Unternehmers. Fernsehfilme wie "Amy und die Wildgänse" hatten ihn auf das Abenteuer Selbstversuch gebracht. Der Hartensteiner ist Mitglied des Hartensteiner Vereins Erster Drachenfliegerclub Sachsens und Motor-Gleitschirm-Pilot. Das Kunststück Formationsflug gelang nur einmal, bevor sich die "Bande", wie Löscher die Tiere liebevoll nennt, Mitte September selbstständig machte. (nij)


