Rassekaninchenzüchter Horst Gritzo mit einem Pärchen der Rasse Sachsengold, auf die er sich in der Zucht besonders spezialisiert hat. Gritzo ist auch Schatzmeister des Sachsengold-Clubs.
Foto: Ralph Köhler
Züchter mag's pflegeleicht und setzt auf Sachsengold
Mülsengrundschau der Rassekaninchenzüchtervereine hat ihre 55. Auflage erlebt
Ortmannsdorf. Vier Kleintier- beziehungsweise Rassekaninchenzuchtvereine gibt es in Mülsen. Für Harry Mühlmann, den 1. Vorsitzende des Ortmannsdorfer Rassekaninchenvereins, ist das ein Glücksumstand. Trotzdem gibt es einen Wehmutstropfen: Weil geeignete Räumlichkeiten fehlen, sind neben der Hasenwiese in Neuschönburg nur in St. Niclas und St. Micheln Ausstellungen möglich.
Schau zeigt 220 Tiere
Zur 55. Mülsengrundschau haben 44 Züchter aus 14 Vereinen des Kreisvereins Zwickau-Ost sowie aus Bernsdorf, Callenberg, Gersdorf und Lichtenstein 220 Tiere in 26 Rassen und Farbenschlägen präsentiert. Diese gute Resonanz sei sicherlich den guten Bedingungen geschuldet, die Ausstellungshalle und die Züchterklause bieten, sagte Mühlmann. Nachdem der Verein im vergangenen Jahr die Klause neu gestaltet hatte, musste er nach dem Hasenfest im August auch noch das Dach der Halle erneuern, da es hinein- regnete.
Für Christina und Lothar Barthel aus Callenberg war es das erste Mal, dass sie sich an der Mülsengrundschau beteiligt haben. Die Züchter aus dem nördlichen Teil des Landkreises haben je eine Sammlung Rote Neuseeländer und Thüringer vorgestellt.
Vom gastgebenden Verein dabei war beispielsweise Horst Gritzo. Der gebürtige St. Niclaser, der 1982 nach Ortmannsdorf gezogen war, züchtet seit 1984 Kaninchen. "Angefangen habe ich mit Weißen Neuseeländern, dann kamen Rote Neuseeländer und Blaue Wiener hinzu, und seit 1989 züchte ich Sachsengold-Kaninchen", sagt Gritzo. Das sei eine pflegeleichte Rasse, auf die er durch Harry Mühlmann aufmerksam geworden sei. Zur Mülsengrundschau hat er seine Blauen Wiener und eine Sachsengold-Sammlung ausgestellt. "Vor allem der Sachsengold-Rasse halte ich die Treue", sagte Gritzo. Kein Wunder, denn seit 1999 ist er zugleich Schatzmeister des Sachsengold-Clubs.
Pokale sind Lohn für Mühe
Die Frage, wie Gritzo, der in der Landwirtschaft groß geworden ist, im Volksgut Steinpleis gelernt hat, später Einspänner-Geschirrführer und schließlich Kraftfahrer war, zur Kaninchenzucht gekommen ist, beantwortet der 69-Jährige gern.
"Als ich nach Ortmannsdorf gezogen bin, hatte ich auf einmal Wiesen und somit auch eine Menge Gras, von dem ich nicht wusste, was ich damit machen kann", sagte Gritzo. Deshalb folgte er dem Rat von Harry Mühlmann, schaffte sich Hasen an und züchtete diese dann auch - mit Erfolg, wie die zahlreichen Pokale beweisen, die im Regal stehen.


