Westsachsenstadion kontra Stadionneubaupläne: Die CDU-Fraktion will die Grundsatzfrage noch einmal diskutieren.
Foto: R. Köhler / Grafiken: Büro ARC, Stadt Zwickau
Zwickau: Großvermieter soll Fußballstadion bauen
Neues Stadion in Eckersbach für 18 Millionen Euro geplant
Zwickau. Nach dem Sportbad soll die Gebäude- und Grundstücksgesellschaft (GGZ) nun auch noch das neue Fußballstadion in Eckersbach bauen. Die Nettokosten für den Neubau werden auf 18 Millionen Euro (21,4 Millionen Euro brutto) begrenzt. Für den Betrieb des Stadions soll eine mehrheitlich städtische Gesellschaft gegründet werden, an der die GGZ aber ebenfalls beteiligt ist. Das sind die Eckpunkte des Beschlussvorschlages von Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD), den Bauausschuss sowie Finanzausschuss in den kommenden Wochen beraten werden und den der Stadtrat im Oktober beschließen soll. Im Juli 2015 soll das Stadion fertig sein.
Am Donnerstagvormittag hat die Verwaltungsspitze vor Journalisten Einzelheiten des Konzeptes erläutert. Das bringt den CDU-Stadtrat Karl-Ernst Müller gehörig auf die Palme, weil seine Fraktion am Dienstagmittag für die Stadtratssitzung am Donnerstagnachmittag eine Kurzdebatte zum Thema Fußball beantragt hatte und unmittelbar danach die Verwaltung ihr Pressegespräch zum Stadionneubau bekannt gab. Müller wittert einen Zusammenhang und nennt das Vorgehen der Verwaltung "ein starkes Stück".
Rathaus-Sprecher Mathias Merz weist indes den Verdacht eines direkten Zusammenhanges zurück. Der Vorstellungs-Termin sei bereits vorige Woche in der Bürgermeisterkonferenz abgestimmt worden, so Merz. Das dürfte Karl-Ernst Müller indes noch weiter hinauf auf die Palme treiben. Denn der Stadtrat ärgert sich vor allem auch darüber, dass der Baubürgermeister und CDU-Stadtverbandsvorsitzende Rainer Dietrich in der Fraktionssitzung am Montag kein Wort über die geplante Stadion-Pressekonferenz verlor.
Die von Müller und der CDU-Fraktion initiierte Fußball-Debatte wird am Donnerstag trotzdem stattfinden. Dabei wird es neben den jüngsten Pannen beim Ausbau des Sportforums Sojus auch um die grundsätzliche Stadionfrage gehen. Und die lautet: Gibt es trotz des Beschlusses für einen Stadionneubau noch die Möglichkeit einer Rückkehr zum Umbau des alten Westsachsenstadions - nicht als teures Drittligastadion, aber vielleicht zunächst als Viertligastadion mit einer Ausbauoption?
CDU-Baubürgermeister Rainer Dietrich hat diese Frage indes bereits mehrfach verneint. Die Arbeiten zum knapp 5 Millionen Euro teuren Umbau des Westsachsenstadions in eine Multifunktionssportarena sind weit fortgeschritten. Ebenso gilt es als unwahrscheinlich, dass sich die Staatsregierung in Dresden von einer erneuten Kehrtwende überzeugen lässt. Andererseits halten die Zwickauer bislang wenig von einem Stadionneubau.
Leseraktion
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18:08 Uhr
Ickerbocker: Hier versuchen sich gerade einige zu profilieren. Das nennen von 18 Millionen als absolute Obergrenze ist auch mehr für die Presse als alles andere. Was will man den machen wenn das Geld aufgebraucht und das Stadion dennoch unvollendet ist? Als Bauruine stehen lassen? Das ist absurd. Es müsste also ganz ohne Umschweife heißen, dass man 18 Millionen veranschlagt. So kosteneffektiv wie möglich zu bauen sollte das ureigene Interesse eines Bauherren sein. Umso unverständlicher warum das selten der Fall ist.
13:37 Uhr
Jothade: Vielleicht sollten Chemnitz und Zwickau sich "zusammenlegen" und gemeinsam ein Stadion in der Mitte des Weges zum Nutzen beider Städte bauen??
Wenn das "Chemnitzer Modell" mit ner Straßenbahn bis nach Zwickau erweitert wird und dann an diesem Stadion vorbei führt hätte die gesamte Region - einschließlich der Fußballfans - was davon.
11:43 Uhr
Luzifer: Wahrscheinlich ist es wieder der Versuch Chemnitz zu zeigen, dass Zwickau das hinbekommt.
Am Ende ist es ein Trauerspiel. es macht wenig Sinn immer das zu bauen was alle bauen weil es gerade gefördert wird. Eigentlich konnte sich Zwickau glücklich schätzen in den 90 igern kein spassbad zu bauen wie alle anderen und heute etwas entstehen zu lassen was Hand und Fuss hat. Aber warum dreht man beim Stadion so durch? In erster Linie sollten Sponsoren und Unternehmen gefunde werden die den Betrieb (eines welchen Stadion auch immer) sicher stellen, denn die Stadt wird das NIE leisten können wie es notwendig wäre.
10:08 Uhr
Ballfreund: "Nach dem Sportbad soll die Gebäude- und Grundstücksgesellschaft (GGZ) nun auch noch das neue Fußballstadion in Eckersbach bauen."
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Das erinnert doch ganz stark an das Chemnitzer Vorhaben, die GGG mit dem Bau zu beauftragen, welches letztlich von der LD gekippt wurde. Hat man da in Zwickau nicht aufgepasst, oder will man die Landesdirektion noch einmal auf die Probe stellen?
08:22 Uhr
schnellleserin: warum kann die Landesdirektion nicht mit dem Städte und Gemeindetag zusammenarbeiten und Modelle zur Finanzierung von solchen Großprojekten erarbeiten?
Es kostet einen hohen Zeit- und Verwaltungsaufwand und am Ende kommt ein anderer Verwalter und sagt: so geht es nicht!