Das Zwickauer Glockenspiel aus Meissner Porzellan lagert derzeit noch im Verwaltungszentrum.
Foto: Ralph Köhler
Zwickau: Meißner Porzellanglockenspiel darf wieder ans Licht
Neuen Platz noch nicht gefunden
Zwickau. Theoretisch kann es losgehen: Der frisch genehmigte Haushaltsplan hält 75.000 Euro dafür bereit, dass das Meißner Porzellanglockenspiel seine Mottenkiste im Verwaltungszentrum gegen einen attraktiven Platz in der Innenstadt tauscht. Doch eine Entscheidung über die Zukunft des Instruments fällt erst nach der Sommerpause des Stadtrats, sagte Finanzbürgermeister Bernd Meyer (Linke) am Montag.
Aber es werde eines der ersten Projekte sein, mit denen sich der Kulturausschuss beschäftigt, versprach er. Dessen Mitglieder müssen entscheiden, wo die 25 Glocken ihren neuen Platz finden sollen. Der alte, in einem Seitenfenster des Rathauses, ist tabu. Zum einen ist er wenig attraktiv, zum anderen gab es früher häufige Beschwerden über den Lärm, den die nicht immer sauber gespielten Glocken zu jeder Stunde verursachten.
Nach derzeitigem Stand wird die Verwaltung drei Standorte vorschlagen. Jeder hat seinen eigenen Charme - und für jeden gibt es ein eigenes Konzept, wie die Glocken angebracht werden können. Zum einen käme das Muldeparadies infrage. Dort, wo auch zahlreiche Reisebusse halten und abfahren, ist ein hölzernes Blatt oder ein Segel denkbar, sagt Meyer.
Instrument zum Wandeln
Für brillanter hält er allerdings die Idee, die 25 Glocken auf 25 einzelnen, unterschiedlich hohen Stahlstehlen am Ende der Hauptstraße zu platzieren. "Dadurch entsteht ein Glockenwald, durch den man hindurchgehen kann", beschreibt er das Konzept. Meyer sieht auch einen ganz praktischen Vorteil in diesem Standort am Schumannplatz. Wenn dort einmal der Untergrund aufgegraben würde, könnte man gleich den seit langer Zeit trockengelegten Brunnen der Freundschaft reparieren. Bislang schreckte die Stadt vor der Kosten von rund 100.000 Euro zurück. "Aber die Glocken könnten mit dem Brunnen ein funktionierendes Ensemble ergeben", sagt Meyer.
Der Himmel hängt voll Glocken
Die dritte Variante nennt sich Glockenhimmel und ist an der Kreuzung Innere Plauensche/Peter-Breuer-Straße denkbar. Dort sollen die Porzellaninstrumente in luftiger Höhe aufgehängt werden. Heikel bei diesem Vorhaben ist jedoch, dass der Himmel an Privathäusern befestigt werden müsste. "Da gibt es einige Unwägbarkeiten", sagt der Bürgermeister. Auch glaubt er nicht, dass für dieses Projekt die bereitgestellten 75.000 Euro reichen.
Wo auch immer das Glockenspiel seinen Platz findet: Meyer rechnet mit rund zwei Monaten Bauzeit. "Mit etwas Glück können wir so zur Vorweihnachtszeit schon eine neue Attraktion anbieten."

