Das Sportforum Sojus 31 in Eckersbach muss nach den Auflagen des nordostdeutschen Fußballverbandes weiter ausgebaut werden.
Foto: Ralph Köhler
Zwickau: Stadion-Zwischenlösung kostet mehr Geld
Stadt will weitere Viertelmillion in Übergangsspielstätte Sojus 31 pumpen
Zwickau. Ohne Zuschuss kann der FSV Zwickau in der kommenden Saison nicht am Spielbetrieb teilnehmen: Dieses Argument bekamen die Stadträte im März 2011 zu hören. Und es wird ihnen wieder unter die Ohren gehalten: Am Dienstag soll der Finanzausschuss erneut 250.000 Euro locker machen, um das Sportforum Sojus 31 in Eckersbach auszubauen.
Verband stellt neue Forderung
Heute wie vor reichlich einem Jahr stehen Auflagen des Nordostdeutschen Fußballverbandes hinter den Umbauplänen. Allerdings waren Stadt und Verein lange Zeit davon ausgegangen, dass die Arbeiten im vergangenen Sommer ausreichen, um den Fußballern auch einen Start in der Regionalliga in Eckersbach zu ermöglichen. "Das hatten wir gehofft", sagt Finanzbürgermeister Bernd Meyer (Linke). Doch nun, nach dem Aufstieg, sieht das anders aus. "Es gab in der Zwischenzeit Vorkommnisse in deutschen Stadien, nach denen der Fußballverband nachgebessert hat", sagt FSV-Präsident Gerhard Neef. Sprich: Die Sicherheitsanforderungen sind jetzt verschärft worden.
Welche Auflagen der Verband von Berlin aus erteilt hatte, wollte dessen Vertreter nicht sagen. Doch laut Bernd Meyer soll die Zahl der Stehplätze erhöht werden. Zudem sei ein neuer Zugang für die Spieler gefordert, ebenso zusätzliche Eingangstore und Sicherheitsbereiche. Schließlich werden die Voraussetzungen für Fernsehübertragungen verbessert und weitere Toilettencontainer angeschafft. Erst vor einem Monat, sagt Meyer, habe der Verband seine Auflagen benannt. Da sei aber schon jedem klar gewesen, dass das Sojus mit dem Aufstieg erweitert werden müsse.
Vereinspräsident Neef begründet das damit, dass in der Regionalliga auch mehr Zuschauer erwartet werden. "Allein Leipzig und Magdeburg bringen schon 1000 Fans mit." Bislang gibt es für Anhänger der Gastmannschaft rund 300 Sitze. Die sollen abgebaut werden und rund 800 Stehplätzen weichen. Zudem wird es 450 zusätzliche Plätze für die Zwickauer Fans geben. Insgesamt passen künftig 3500 statt bisher 2500 Besucher ins Stadion. Geschieht der Umbau nicht bis 1. August, "müssen wir die Lizenz für die vierte Liga zurückgeben", sagt Gerhard Neef.
Sport kontra Soziales
Aus diesem Grund sind Stadt und Verein schon wieder unter Zeitdruck. Das waren sie auch im vergangenen Jahr. Damals hatten allerdings davon unbeeindruckt die drei CDU-Vertreter und ein FDP-Mitglied aus dem Finanzausschuss im ersten Anlauf gegen den Zuschuss gestimmt. Begründung: Sie ärgerten sich darüber, dass die Stadt im sozialen Bereich hart gespart hat, dann aber kurzfristig Geld für diesen Umbau bereitstellen wollte, obwohl damals noch Gera als Ausweichspielstätte zur Debatte stand. Auch jetzt sagt CDU-Fraktionsgeschäftsführerin Kathrin Köhler wieder, man müsse sich die einzelnen Posten im Beschlussvorschlag sehr genau ansehen und hinterfragen. "Wir dürfen nicht vergessen, dass dies nur eine Ausweichspielstätte ist", sagt sie. Ärgerlich findet sie, dass die Planung schon beauftragt ist.
Meyer blickt weiter voraus
Zumindest, was das Argument der Langlebigkeit angeht - das sieht Bernd Meyer weniger dramatisch: "Die Tribünen sind Steckverbindungen, die kann man später auch anderweitig verwenden." Ähnliches gelte für die Toilettenanlagen, die etwa auch beim Stadtfest gute Dienste leisten könnten.


08:11 Uhr
klapp: Es ist schon erstaunlich was hier geschieht. Zuerst werden -zg Millionen Euro in die Hand genommen um ein Stadion zu sanieren. Die Beteiligten haben ihre Unfähigkeit gezeigt und alles in den Sand gesetzt. Jetzt wird wieder halbherzig Geld in eine Spielstätte investiert, die nicht dauerhaft für den "grossen" Fussball bestimmt ist. Warum hat man nicht gleich ein neues Stadion gebaut. Das Geld was bisher im WeSa und Sojus verbrannt wurde, wäre doch sicherlich schon die Hälfte der Investitionskosten für einen Neubau. Es ist beschämend und nicht mehr zumutbar, wie in Zwickau mit Geld und Verantwortung umgegangen wird.
07:16 Uhr
ez70: Dieser Verein spielt in der neuen Saison nur 4.! Liga. Aber es ist immer wieder Geld in Größenordnungen da, um ihn künstlich am Leben zu erhalten. Andere Vereine sind mit ihren Mannschaften in vielen anderen Sportarten in weitaus höheren Ligen vertreten, können aber von solcher Art der Unterstützung nur träumen. Und nicht zu vergessen: Die vielen anderen Vereine, welche für eine große Zahl von Einwohnern helfend und Freizeit-gestaltend tätig sind.
Na ja, und das mit dem Thema Überheblichkeit von Vertretern des FSV ist jedem bekannt, der schon einmal persönlich mit diesen Leuten zu tun hatte. Schon vor der Wende gut versorgt, heute wieder durch Lobbyisten am städtischen Geldhahn; warum sollten sie sich ändern?
18:41 Uhr
fp2012: Was bin ich froh, dass ich in Chemnitz wohne, wo nicht mit 250.000 Euro mühsam gekleckert, sondern mit 20 Jahren a 2 Mio. endlich mal geklotzt wird.