Zwickau: Stadtrat stimmt für Bebauung
Eine bislang umstrittene Fläche in Cainsdorf soll nun doch mit Eigenheimen bebaut werden - Die Anwohner bleiben skeptisch
Zwickau. Der Stadtrat hat den Weg für ein neues Baugebiet oberhalb des Plotzschgrundes in Cainsdorf frei gemacht. Die Bebauung der knapp 5000 Quadratmeter großen Ackerfläche südlich der Wilkauer Straße war lange umstritten. Vor gut einem Jahr hatte Oberbürgermeisterin Pia Findeiß die entsprechende Satzung, die aus dem Acker Bauland macht, noch von der Tagesordnung des Stadtrates gekippt. Zu gering erschienen damals die Erfolgsaussichten, nachdem der Cainsdorfer Ortschaftsrat sowie der Bau- und Verkehrsausschuss des Stadtrates das Ansinnen abgelehnt hatten.
Offenkundig ist es Baubürgermeister Rainer Dietrich (CDU), der das Vorhaben von Beginn an vorangetrieben hatte, jedoch gelungen, die Bedenken zu zerstreuen. Im April hat der Cainsdorfer Ortschaftsrat mit nur noch einer Gegenstimme zugestimmt, kurz darauf haben auch die Ausschüsse des Stadtrates die Bebauung mehrheitlich abgesegnet. Maximal vier Eigenheime sollen auf dem Areal gebaut werden. Die Anwohner wehren sich gegen die Bebauung, weil die einzige Zufahrt mit stellenweise gut 3 Meter Breite viel zu eng sei und der Abwasserkanal privat finanziert sei.
Die Stadtverwaltung stand angesichts einer positiv beschiedenen Bauvoranfrage der Grundstückseigentümer unter Druck. Die Stadt hatte somit also bereits eine Bebauung des Areals in Aussicht gestellt ohne eine Rechtsgrundlage dafür zu haben. Die Cainsdorfer Ortsvorsteherin Irina Teichert erklärte den Stimmungsumschwung im Ortschaftsrat allein damit, dass die Bedenken bezüglich der engen Zufahrt und des Abwasseranschlusses ausgeräumt wurden. Im Juni soll der Entwurf der Satzung öffentlich ausgelegt werden.

