Foto: dapd
Zwickau kann auf Fernverkehrsanschluss hoffen
Zukunft des Interegio-Expresszuges Dresden-Nürnberg ab 2014 aber unklar
Zwickau (dapd-lsc). Die Freigabe des Leipziger City-Tunnels im Dezember 2013 könnte die Stadt Zwickau nach sieben Jahren wieder ans Fernverkehrsnetz der Deutschen Bahn anschließen. Durch den City-Tunnel könne neben zwölf S-Bahn-Zügen pro Stunde auch ein Fernzug fahren, sagte der Konzernbevollmächtigte der Bahn, Artur Stempel.
Zunächst wolle die Bahn allerdings nur einen Intercity (IC) morgens von Zwickau nach Köln und abends zurück fahren lassen. Eingesetzt werden soll den Angaben zufolge einer der neuen Doppelstock-Fernzüge, die bei Bombardier bestellt wurden. Bisher endet der letzte IC aus Köln abends in Leipzig.
Bereits zu DDR-Zeiten gab es ein nächtliches Interzonenzug-Paar zwischen Zwickau und Düsseldorf, das wenige Jahre nach der Wende eingestellt wurde. Reisende müssen seither in Leipzig umsteigen.
Das neue IC-Paar durch den City-Tunnel müsse zwischen Leipzig und Zwickau mit Nahverkehrstickets nutzbar sein, forderte Stempel. Dem müssten die Zweckverbände zustimmen, da sie den Zug quasi als Ersatz für eine S-Bahn auf dem Abschnitt finanzieren sollen.
Unklar ist laut Stempel ab 2014 die Interregioexpress-Verbindung (IRE) zwischen Dresden und Nürnberg über Chemnitz und Zwickau. Die Deutsche Bahn betreibt die IRE-Züge seit Dezember 2006 eigenwirtschaftlich - also ohne Zuschüsse von Verkehrsverbünden - als Ersatz für den eingestellten Fernverkehr.
Stempel verwies darauf, dass es sich lediglich um einen bis 2013 mit Anliegerkommunen vereinbarten Kompromiss handele. Allerdings könne DB Regio Nordostbayern die Züge trotz guter Auslastung nicht kostendeckend betreiben, hieß es. Die IRE-Züge fahren zwischen Dresden und Nürnberg im stündlichen Wechsel mit Regionalexpresszügen, die von Verkehrsverbünden und dem Land Bayern bezahlt werden. Die Bahn wolle nun mit Zweckverbänden über die Beibehaltung des Stundentakts verhandeln.
Die Regionalexpresszüge werden unter Federführung des Verkehrsverbunds Mittelsachsen demnächst ausgeschrieben. Fachkreise gehen davon aus, dass mit dem Abschluss der Elektrifizierung zwischen Reichenbach und Hof künftig Elektrotriebwagen zwischen Dresden und Hof fahren werden. In Bayern gibt es noch keine konkreten Pläne für eine weitere Elektrifizierung, wobei die Bahn nach Stempels Angaben aus Kostengründen die Strecke nach Regensburg bevorzugt plant. Zwischen Hof und Nürnberg müssten zahlreichen Tunnel in der Fränkischen Schweiz für eine Oberleitung aufwendig erweitert werden.
Aus Kreisen von Verkehrsverbünden hieß es, es würde de facto das Aus für die IRE-Züge bedeuten, sollte die Bahn wie angedeutet diesen Fernverkehrsersatz künftig von den Zweckverbänden bezahlen lassen wollen. Durch die gekürzten Landeszuschüsse des Freistaats Sachsen gäbe es keine Reserven für eine Verdoppelung des jetzigen Zweistunden-RE-Takts zwischen Dresden und Hof.


