Ein bisschen asphaltiertes Vorfeld, zwei Hallen und ein kleines Dienstgebäude: Der Flugplatz Zwickau macht, verglichen mit den umliegenden Verkehrslandeplätzen der Region, zurzeit noch wenig her.
Foto: Ulf Dahl/Archiv
Zwickauer Flugplatz-Zukunft soll asphaltiert werden
Wie es mit der Zukunft des Areals als Verkehrslandeplatz aussieht, ist offen
Zwickau. Wer Joachim Lenk, Vorsitzender des Aero-Clubs Zwickau, nach der Entwicklung des von seinem Verein betriebenen Flugplatzes fragt, braucht nicht lang nachzubohren, um zu erfahren, was diesen Mann umtreibt. Im Grunde hat er zunächst Erfreuliches mitzuteilen. 20.000 Starts und Landungen wurden 2011 auf dem Flugplatz gezählt. So viele wie noch nie zuvor. Davon zwei Drittel Sportfliegerei, aber immerhin ein Drittel Fremdflugzeuge. Also: Geschäftsflieger, Privatflieger, Flugunternehmen.
Das Aber folgt für Lenk bereits im zweiten Satz: "Das hängt auch alles stark vom Zustand des Flugplatzes ab", sagt er. Nicht nur vom absoluten, sondern auch von dem Zustand, in dem sich der Flugplatz verglichen mit umliegenden Plätzen präsentiert, die wie Zwickau den Status eines Verkehrslandeplatzes haben. Also: Chemnitz-Jahnsdorf, Auerbach, Hof-Plauen, Altenburg-Nobitz. Der Unterschied ist aus der Luft erkennbar - in allen Satelliten-Atlanten, die das Internet bietet: Alle vier haben eine befestigte Start- und Landebahn. Nicht in Zwickau. Dort unterscheidet sich der Grasstreifen, auf dem Flugzeuge Anlauf nehmen und ausrollen, vom Umfeld nur durch die obligatorischen Markierungen.
Stadt sieht Investition skeptisch
Nun ist Lenk zwar begeisterter Segelflieger. Aber der Erhalt des Flugplatzes als Verkehrseinrichtung liegt ihm am Herzen. Um so mehr würde er sich wünschen, dass er zukunftsfest gemacht, sprich, die Start- und Landebahn asphaltiert wird. Damit wäre sein derzeitiger Status als Verkehrslandeplatz mit Betriebspflicht zu festen Zeiten gefestigt. Denn dieser könne einem Flugplatz auch leicht aberkannt werden: "Und dann bekommt man ihn nie wieder", fürchtet Lenk.
Eine Einstellung, mit der er bei der Stadt als Verpächterin des 80-Hektar-Areals an der Reichenbacher Straße jedoch nicht überall auf Begeisterung stößt. Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD), so Lenks Eindruck, interessiert sich für das Thema praktisch nicht. "Freie Presse" fragte in der Stadtverwaltung nach, welchen Stellenwert die Erreichbarkeit der Region auf dem Luftweg für den Wirtschaftsstandort hat: Die sei wichtig, heißt es aus dem Rathaus. Allerdings stellt die Stadt in Frage, ob dafür der Ausbau des Verkehrslandeplatzes Zwickau erforderlich ist. Ebenso sei zu prüfen, inwiefern die Kosten für den Ausbau und eine eventuell zu gründende Betreibergesellschaft in vernünftigem Verhältnis zum Nutzen stehen. Zumal es in der Region einige weitere Einrichtungen dieser Art gebe. Was die Ausbaukosten angeht, so hört man von Beteiligten unterschiedliche Zahlen - je nach baulichem Standard. So viel steht fest: Unter einer Million Euro läuft nichts.
Wirtschaft unterstützt Ausbau
Einschüchtern lässt sich Lenk davon nicht. Einen vergleichsweise potenten Partner weiß er jetzt mit der Regionalkammer Südwestsachsen der Industrie- und Handelskammer (IHK) an seiner Seite. Unter deren Federführung kümmert sich eine Arbeitsgruppe mit Lenk, den Stadtratsfraktionschefs, den Landtagsabgeordneten und Stadt-Wirtschaftsförderer Carsten Körber um das Thema. Eine von ihr gestartete erste Umfrage unter 100 Mittelständlern der Region spricht bereits eine eindeutige Sprache: 90 von ihnen sehen einen funktionierenden, ausgebauten Flugplatz als entscheidenden Beitrag zur Aufwertung der Region an. Zurzeit wird im Auftrag der IHK eine Studie erarbeitet, die das Klima in der Wirtschaft in dieser Hinsicht noch genauer sondieren, handfeste Kennzahlen für den Bedarf bieten soll, wie Michael Stopp, Bereichsleiter Industrie und Außenwirtschaft bei der IHK, bestätigt. Weitere Kernfrage: Welche Unternehmen würden sich finanziell am Ausbau des Flugplatzes sowie an der Gründung und Unterhaltung einer Betreibergesellschaft beteiligen? - Ergebnisse werden für Mitte September erwartet.


10:03 Uhr
Frank67: Ich denke mal dem Aero Club gehts nicht um die Zubringerflüge zu den großen deutschen und ausländischen Airports.
Es geht Ihnen um die Geschäftsfliegerrei und da ist zwickau ein deutig in der Hinterhand.
Zwickau ist ein Oberzentrum, dazu zählt auch eine gut ausgebaute Landepiste , ein Verkehrslandeplatz und kein Sturzacker wie er jetzt vorzufinden ist.
Dazu aber eine Betreibergesellschaft zu gründen hatle ich schlichtweg für Arbeitsplatzbeschaffungsmaßnahme.
22:10 Uhr
mixl: Ich bin mal Linie von Frankfurt nach Hof geflogen als es die noch gab. Da hat die Stewardess gleich zu Anfang gefragt ob Passagiere dabei sind die nach Bayreuth wollen - weil dann müssten noch Fallschirme vorbereitet werden....
Das mit den Rehau-Mitarbeitern die allein in Hof geflogen wären ist ein halbes Märchen, das sich hartnäckig hält. Aber das ein Projekt in Zwickau mehr Potential hätte ist genauso Wunschdenken und keine Grundlage einen Cent Geld in die Hand zu nehmen.
Schaut euch doch an, eine Stunde ist man in Dresden oder Leipzig, das genügt.
11:35 Uhr
Luzifer: Solange man nicht Größenwahnsinnig wird und denkt den profilierten Konkurrenz zu machen wäre es wünschenswert dort eine asphaltierte Start- und Landebahn zu haben. Man kann mit einem eigenen geschärften Profil sicher besser dastehen. Stichwort Segelflugsport. Eine Betreibergesellschaft und irgendwelche Posten sind dazu nicht notwendig.
... Und mit Plauen und Hof hinkt der Vergleich. Die beiden Städte waren sich zu diesem Thema nie einig und den Flugplatz gibt es damit die Rehau Geschäftsleitung schnell nach Muri und zurück kommt... Zwickau und Umgebung hat da sicher mehr Potential.
07:59 Uhr
Zwickauer1982: So wie ich das verstanden habe fehlt es nur an einer asphaltierten Start- und Landebahn. Warum braucht man dann auch gleich noch eine Betreibergesellschaft? Jetzt läufts doch auch über den Aero-Club. Betreiben wie bisher mit ein bisschen mehr Komfort beim starten und landen wäre meiner Meinung nach ok und von den Kosten her gut kalkulierbar.
22:08 Uhr
Matthias1: In Hof und Altenburg wurden genug Steuergelder verbrannt für Flugplätze, die keiner braucht. Diese Asphaltierung der Provinz für Phantasieprojekte erinnert fatal an Kurt Beck und sein Nürburgringdesaster!