Matthias Sawert und Hund Bradley sind ein Herz und eine Seele. Geht der Vierbeiner verloren, hat sein Herrchen gute Karten, ihn wiederzufinden. Denn Bradley ist registriert: Er trägt wie der Plüschkamerad eine Erkennungsmarke um den Hals. Auch ein elektronisches Gerät wie jenes gelbe im Vordergrund würde helfen: Denn Tierärzte oder Polizisten könnten damit einen in Bradleys Schulter implantierten Chip auslesen und ihn identifizieren. 
Matthias Sawert und Hund Bradley sind ein Herz und eine Seele. Geht der Vierbeiner verloren, hat sein Herrchen gute Karten, ihn wiederzufinden. Denn Bradley ist registriert: Er trägt wie der Plüschkamerad eine Erkennungsmarke um den Hals. Auch ein elektronisches Gerät wie jenes gelbe im Vordergrund würde helfen: Denn Tierärzte oder Polizisten könnten damit einen in Bradleys Schulter implantierten Chip auslesen und ihn identifizieren.

Foto: Marcus Richter

Zwickauer leben für Hund und Katze

Ehepaar aus Pölbitz hilft dabei, entlaufene Tiere zurück zu ihren Haltern zu bringen

Der Mensch an sich - mit seinen Wehwehchen, aber auch der Fähigkeit zur Selbsthilfe - ist Matthias Sawert bestens vertraut. Der Mann hat als Krankenpfleger im ASB-Seniorenpflegeheim Zwickau gearbeitet. Derzeit kann er diese Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen allerdings nicht ausüben.

Deshalb hat sich der 50-Jährige im Oktober ein neues Betätigungsfeld gesucht: Er hilft dem deutschen Tierschutzverein Tasso, entlaufene Tiere und deren Besitzer zusammenzubringen. Nach Angaben der Organisation gelingt das in der Bundesrepublik 30.000-mal pro Jahr. Dies ist durch ein Zentralregister möglich.

Zum einen können Hunde und Katzen mit einer Halsbandmarke versehen werden. Darauf sind eine Registrier- und eine Hotlinenummer vermerkt. Ruft der Finder letztere an und gibt die Registriernummer durch, finden Halter und Herrchen zusammen. Zudem gibt es die Möglichkeit, dem vierbeinigen Freund einen zwölf Millimeter langen Chip in die Schulter zu implantieren. Dieser enthält eine Codierung zur Identifizierung. Mit einem elektronischen Lesegerät, das neben Sawert auch einige Tierärzte und Polizeidienststellen besitzen, kann der Chip ausgelesen werden. Und das Happy-End ist nah.

Der Zwickauer, der für Tasso ehrenamtlich tätig ist, möchte die Bevölkerung in Stadt und Umgebung aufklären, etwa die Kunden der Zoohandlung "Fressnapf". Der Tierfreund hofft, über den Jahreswechsel auch in den Zwickau-Arcaden einen Informationsstand aufbauen zu können. Der Mann aus der Pölbitzer Franz-Mehring-Straße wirbt zudem bei anderen Firmen und Einrichtungen aus Zwickau und Umgebung um Unterstützung. Hilfe erhielt er bereits von den Städtischen Verkehrsbetrieben: In den Straßenbahnen durften er und seine Frau Christine Werbeplakate aushängen. Außerdem konnten sie im Kundenzentrum Flugblätter und Infomaterial auslegen.

Die Sawerts sind nicht zuletzt als "Feuerwehr" im Einsatz: Erblicken sie im Sommer bei 30 Grad Celsius einen Hund in einem Auto, sprechen sie den Fahrer an. Beim Suchen sind sie ebenso an vorderster Front dabei: Als einer Moselerin im November der Hund entlaufen war, brachte das Ehepaar in der Umgebung schnell zehn Suchplakate an. Zwei ältere Frauen fanden das Tier schließlich in Remse. Kurz darauf wurden in der Innenstadt und in Pölbitz zwei Katzen aufgegriffen. Alle drei Tiere besaßen keine Registrierung. Das machte es nicht leichter.

Der Familienhund von Sawerts ist registriert. Er heißt Bradley, ist ein Jahr alt und eine Sheltie-Irish-Setter-Mischung. Er stammt aus einem Chemnitzer Tierheim. Zuvor lebte Vierbeiner "Paule" bei den Pölbitzern: Nachdem sie das Tier Ende der 90er-Jahre zu sich geholt hatten, ließen sie ihn auf Empfehlung von Tierarzt Thomas Zönnchen aus Zwickau-Marienthal registrieren, um ihn bei Verlust oder Diebstahl mit einer größeren Wahrscheinlichkeit wiederzusehen. "Ist ein Tier nicht registriert, sollte der Finder neben Polizei und Tierarzt das Tierheim Vielauer Wald anrufen", sagt Sawert.

Sawert ist Tierfreund durch und durch. Ihn bestürzt es, wenn er im Vorfeld der Fußball-Europameisterschaft in der Ukraine von der "Säuberung" von Straßen erfährt. Dort werden streunende Hunde auf sadistische Art und Weise umgebracht, damit für die Sporttouristen im Juni 2012 alles glänzt. Er wird wütend, wenn er von "Wühltischwelpen" erfährt - jungen Hunden, die viel zu früh von ihren Müttern getrennt wurden und von Händlern wie eine Ware verschleudert werden. Die Tiere hätten kaum soziale Kontakte und seien schlecht ernährt.

"Tiere können sich nicht wehren", begründet der Idealist den Grund für sein Engagement. Er möchte die Welt ein bisschen besser machen - und sorgt mit dafür, dass es zumindest für getrennte Zwei- und Vierbeiner ein Wiedersehen geben kann.

Service

IG Zwickau und Umgebung: Matthias und Christine Sawert. Telefon-Hotline: 0375 56009106

►www.tasso-zwickau.de

 
erschienen am 18.12.2011 ( Von Matthias Nicko )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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