Leser-Obmann
Blog von Reinhard Oldeweme
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E-Mail: leser-obmann@freiepresse.de 28.01.2011 - 16:34:02
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Wie sag ich nur dem Leser ...
... dass ein Text von mehr als 400 Seiten über die persönliche Aufarbeitung der DDR-Zeit im Vergleich zu den wirtschaftlichen Verhältnissen heute nicht wirklich als Artikel für die Zeitung geeignet ist; auch nicht als Serie in loser Folge.
... dass es kein Skandal ist, dass die Benutzung einer öffentliche Toilette in einer Einkaufspassage 50 Cent kostet und dass trotzdem die Klobrillen ständig (hier gebe ich nicht den genauen Wortlaut wieder) dreckig sind.
... dass ich zwar zustimme, dass der Leser-Obmann ein furchtbar netter Mensch und für fast alle Anliegen und Fragen zuständig ist, auch für die meisten Probleme eine Lösung hat und manchmal kleine Wunder vollbringen kann, aber dass auch er leider nicht in der Lage ist, für ein ausverkauftes Konzert mit Matthias Reim irgendwo noch drei Karten zu organisieren.
... dass ich eine Maut für größere Innenstädte zunächst mal nicht grundsätzlich für eine ausschließlich schlechte Idee halte, aber dass ich die kurzfristige Umsetzung dieser Durchfahrtsgebühr als Finanzierung der Beseitigung der Schlaglöcher für nicht realistisch halte und auch wenige Chancen sehe, dass die Kollegen in der Redaktion diese Idee aufgreifen und einen Leitartikel dazu schreiben.
... dass ich meine alten und abgelaufenen Medikamente niemals in den Hausmüll schmeißen würde und dass ich gleichfalls überhaupt kein Verständnis dafür habe, dass kommunale Verantwortungsträger für die Abfallentsorgung in ihren Hinweisen in den Abfallkalendern gerade dies verlangen, aber dass ich auch nicht weiß, wie man aus diesem Dilemma jetzt rauskommt; den Gang zur Apotheke mit den alten Pillen und Salben kann man sich nämlich sparen.
... dass ich die Idee gut finde, alle Arbeitgeber in Deutschland per Gesetz dazu zu verpflichten, ihren Angestellten ein gesundes Mittagessen zu verschaffen und dies auch zu bezahlen, aber dass ich nicht darüber nachdenken möchte, wie die Mitarbeiter von Unternehmen reagieren, wenn das vollwertige Bio-Essen aus der Großküche dann auch so schmeckt, wie aus der Großküche.
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