Unter uns
Blog von Manuela Müller - 06.03.2011 - 19:14:37
Bitte nicht Cowboy
Ich habe überlegt. Habe im Internet nach Ideen recherchiert. Und ich habe mit dem Gedanken gespielt, selbst etwas zu basteln, das aber ganz schnell verworfen, weil ich nicht basteln kann.
Tatsache ist, dass ich aus meinen Kindern zu Fasching weder Cowboy noch Prinzessin machen will. Denn Cowboys wollen Pistolen und Prinzessinnen sind eingebildet. Das fand ich schon früher, weshalb das Rotkäppchen-Kostüm für mich das Höchste der Gefühle war.
Eigentlich hätte ich es Marius (3) und Jette (18 Monate) selbst überlassen können, sich ein Kostüm zu suchen. Sie haben Übung im Verkleiden. Mein Sohn zum Beispiel verkleidet sich sehr gern als Badehose. Er holt sich Jettes pinkfarbene Windel-Badehose aus dem Schub und setzt sie wie eine Kappe auf den Kopf. Oder er verkleidet sich als Jette, indem er ihre Mütze trägt und ihre Sabber-Tücher umbindet. Jette wiederum macht gerne mal einen auf Papa. Sie nimmt die Mütze ihres Vaters, weil das die einzige ist, die sie sich selbst aufsetzen kann, und verschwindet darunter. Oder sie stolpert als Baseball-Star durchs Wohnzimmer. Das sind Leute, die mit viel zu großen Handschuhen kleine Bälle fangen wollen. Um so auszusehen, steckt Jette ihren kompletten linken Arm in einen Winterhandschuh meines Mannes. Einen kleinen Ball hat sie sowieso meistens bei sich ? und fertig ist ihr Kostüm.
Ich könnte meine Kinder auch als Schweinchen zur Faschingsparty schicken. Dafür müsste ich ihnen nur beim Essen freie Hand lassen und sie unmittelbar danach beim Kinder-Karneval abgeben. Natürlich werde ich das nicht tun. Also suchte ich weiter nach geeigneten Kostümen. Im Internet stieß ich auf Sandmann- und Pittiplatsch-Ausrüstungen und versuchte, mich mit dem Gedanken anzufreunden. Als ich soweit war, waren die Kostüme ausverkauft. Mein Mann reagierte gereizt, als ich betrübt vor meinem Computer saß und weiter nach Verkleidungen suchte: "Selbst schuld. Nie kannst du dich entscheiden."
Nun muss Marius als Panda-Bär gehen und Jette als Marienkäfer. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob die Wahl gut war. Werden die anderen Kinder erkennen, dass mein Sohn ein Panda sein soll? Pandas sind die seltensten Tiere überhaupt. Die Umweltstiftung WWF hat den tapsigen Exoten deshalb zum Symbol ihres Logos gemacht. Marius geht also mit einer intellektuellen Botschaft zum Fasching, die sich Dreijährigen noch nicht so ganz erschließen wird. Sein Kostüm hat, wenn ich so darüber nachdenke, sogar zwei Botschaften: Der Panda lebt in China, und dort werden sehr wahrscheinlich auch alle Faschingskostüme genäht. Vielleicht hätte ich lieber nicht so viel nachdenken und meinen Sohn selbst die Verkleidung aussuchen lassen sollen.
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17:09 Uhr
FraBe: Da meine Kleine stolze 18 Stunden älter ist als Jette, verfolge ich den Blog mit persönlich begründeter und verständnisvoller Freude. Und es ist alles wahr, was über die kleinen Monster geschrieben wird! Unterschiede zum Blog sind im Charakter begründet.
Deswegen haben wir z.B. unsere Griefe heute als Sqaw in den Kika zum Fasching geschickt. Denn Indianer kennen keinen Schmerz. Und was ist passiert? Zum allerersten mal hat sie beim Abgeben nicht geheult. Doch morgen ist Aschermittwoch und alles vorbei...
Also MM: zwei "Leidensgenossen" lesen gern über die Abenteuer im Paralleluniversum. Und freuen sich auf die nächsten Episoden...