Leser-Obmann
Blog von Reinhard Oldeweme
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E-Mail: leser-obmann@freiepresse.de 13.09.2011 - 14:35:24
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"Trotz" erstmals vierfach sicher gestanden
Das stimmt: Ich kann es nicht lassen; immer wenn ich eine Höchstleistung bemerke oder feststelle, dass das ein neuer Rekord sein könnte, will ich die Würdigung, will ich darüber berichten, hier an dieser Stelle. Und deshalb tue ich jetzt kund: Erstmals ist heute der vierfache "Trotz" sauber und ohne zu wackeln gestanden worden. Mit einem O-Ton kann ich nicht dienen, die schriftliche Wiedergabe muss reichen:
Ich: "Nein." Der Leser: "Doch." Ich: "Nein." Der Leser: "Doch." Ich: "Nein." Der Leser: "Doch." Ich: "Nein." Der Leser: "Doch."
Falls jemand jetzt den Verdacht haben sollte, dass bei diesem vierfachen "Trotz" sowohl ich als auch der Leser die Stimme angehoben haben könnten, so muss ich dies ebenso mit aller Entschiedenheit zurückweisen wie die Vermutung, der Anrufer oder ich könnten mit dem Fuß gestampft oder mit der Faust auf den Tisch gehauen haben. Ruhig und sachlich, ganz sicher und ohne emotionale Trübung ist dieser vierfache Trotz in meinem Protokoll gelandet; mit Trotzreaktionen, wie man sie von kleinen Kindern in bestimmten Lebensphasen kennt, hatte dieser kurze Dialog also nichts zu tun.
Schuldig bleiben will ich aber jetzt auch nicht die Anlaufphase: "Es geht mir um ein Zitat in Ihrer Zeitung", hatte der Anrufer zu Beginn des Gesprächs gesagt, mir den Artikel genannt und dann diesen einen Satz vorgelesen: "Die intelligenten Mädchen machen natürlich fort." Zum Verständnis: In dem Bericht ging es darum, dass es in gewissen ländlich geprägten Regionen mehr junge Männer als junge Frauen gibt und dass das zu Problemen bei dem (vermeintlich) starken Geschlecht sorgt, wenn es um die Suche nach einer Partnerin geht. Das Zitat stammt von einem jungen Mann, der in dieser Region lebt und das Phänomen kennt und in dieser Feststellung einen Grund dafür sieht.
Der Anrufer meinte: "Das würde dann aber doch bedeuten, dass nur die weniger intelligenten Mädchen hier bleiben." Einen kurzen Moment habe ich nachgedacht, dann habe ich geantwortet: "Nein." Der Leser: "Doch." Ich: "Nein." Der Leser: "Doch." Ich: "Nein." Der Leser: "Doch." Ich: "Nein." Der Leser: "Doch."
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