Unter uns
Blog von Manuela Müller - 25.09.2011 - 17:24:24
Schnulli auf Reisen
Urlaubsgepäck kann Männer ziemlich nervös machen. Ich beobachte das an meinem Mann. Er schaute hilflos zu, wie ich die Sachen für unsere Mallorca-Reise zurechtlegte. Bagger, Eimer, Schaufeln, Förmchen, Schwimmärmel, Gießkanne - alles jeweils doppelt, damit Marius (3) und Jette (2) auch friedlich bleiben. "Und die Kinder-Autositze willst du auch noch mitschleppen?" fragte er, wobei seine Stimme etwas angespannt klang. Natürlich wollte ich die Sitze mitnehmen, für den Leihwagen.
An meinem letzten Arbeitstag erklärte ich meinem Kollegen Lutz, dass ich nur noch meine Sachen packen müsste und deshalb recht entspannt sei. "Für mich würde theoretisch ein mittelgroßer Rucksack genügen, weil ich nur bisschen Wechselwäsche und meine lila Gummi-Sandalen brauche", erklärte ich. Lutz sagte, dass er das gut findet. Denn seine Frau wiederum würde alles Mögliche einpacken, wenn sie mit ihrer Tochter verreisen. Für andere Touristen seien er, seine Familie und ihr Gepäck sogar ein beliebtes Fotomotiv. Ich erklärte ihm, dass wir zu viert mit zwei Koffern auskommen.
Den Rest verschwieg ich. Streng genommen reisen wir mit vier Koffern, da Marius und Jette Kinder-Trolleys besitzen. Die zählen aber meiner Meinung nach nicht, weil die klein und mit Spielzeug vollgestopft sind.
Natürlich wären sie verzichtbar. Aber sollte ich mich deshalb den ganzen Urlaub lang schlecht fühlen, weil dieser kleine, unschuldige Junge mit leeren Händen auf dem Flughafen steht, während andere Kinder zufrieden ihre Bob-der-Baumeister-Koffer hinter sich herziehen? Das geht gar nicht.
Was der Elster ihr Nest, ist meinem Sohn sein Koffer. Leider hat er eine ausgeprägte Schwäche für Schnulli. Andere sammeln am Strand Muscheln, und er trägt als Mitbringsel am liebsten Einweg-Produkte zusammen. Bedruckte Servietten, Zahnstocher, Trinkröhrchen. An der Strandbar schenkte ihm eine Frau ihren Papp-Kaffeebecher, weil sie beobachtet hatte, dass sich Marius diesen Becher von Herzen wünschte. Jetzt liegt der Becher, mit Meerwasser ausgespült, in seinem Koffer. Demnächst werde ich ihn heimlich wegwerfen - ebenso wie das abgeschnittene Fernsehkabel, das sich Marius von Opa Siggi erbettelt hatte.
Wenn wir wieder mal verreisen, nehmen wir weniger Gepäck mit. Das wird sich auch gar nicht vermeiden lassen. Denn Jette hat dafür gesorgt: Nach dem Urlaub stopfte ich die Schmutzwäsche in unsere Waschmaschine, dann packten wir weiter aus. Heimlich schlich sich Jette an die Waschmaschine spielte an ihr und machte so die Feinwäsche zu Kochwäsche.
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