Helfen in Namibia

Blog von Ingrid Poike - 22.02.2012 - 18:09:41


How was your Holiday in Germany?

How was your Holiday in Germany - Wie waren deine Ferien in Deutschland? So werde ich am Montag in der n'Kwazi-Lodge empfangen, jubelnd, trällernd und tanzend. Anfang Januar wusste selbst ich noch nicht, dass ich sechs Wochen später in Namibia sein werde.

Das neue Schuljahr hat in Namibia begonnen. Ich möchte möglichst zu Beginn des Jahres mit der Suche nach neuen Sponsoren für die neuen Vorschulkinder beginnen. Die Meldungen, die ich aus der n'Kwazi-Lodge erhalte, sind wenn überhaupt sehr spärlich. Also rede ich kurzerhand mit meinen Kindern: "Ich muss schnell mal weg." Mehr brauche ich nicht zu sagen. Meine Kinder wissen bereits, was das zu bedeuten hat. Komme auf jeden Fall gesund wieder nach Hause.

Ich gehe mit Marcus, Vertreter seiner Gemeinde, zur Mayana-Lodge. Etwa 40 Kinder fotografiere ich und erfasse ihre Namen und Geburtsdaten. Viele Kinder besitzen keine Geburtsurkunde. Sie bekommen spätestens dann Probleme, wenn sie ein Studium aufnehmen wollen, wie Maria, Absolventin der Klasse 12. Sie hat einen langen Weg bis zum Erhalt ihrer Identitätskarte hinter sich. Sie hofft nun, dass sie im nächsten Jahr ihr Studium beginnen kann. Bis dahin hilft sie in der Vorschule als "Mädchen für alles" aus. Sie ist glücklich, dass ich ihr Fürsprecher war. Als Gegenzug bitte ich sie, mir beim Erstellen der Berichte über die Vorschulkinder zu helfen.

44 Kinder lernen seit Januar in der Vorschule. Das jüngste Kind ist 4 Jahre alt. Neugierig schauen mich die neuen Kinder an. Es sind nur fünf alte Hasen aus dem Vorjahr übrig geblieben. Sie sind 2006 geboren und haben das Glück, die Vorschule ein weiteres Jahr zu genießen. Die Kinder wachsen in ihren Gehöften in 5 unterschiedlichen Stammessprachen auf, was ihre Kommunikation untereinander erschwert. Viele Erwachsene sind Analphabeten. Nur wenige Erwachsene kennen die englische Sprache.

In der Schule wird ab der 4. Klasse komplett in englischer Sprache unterrichtet. Das ist ein großes Problem für die Kinder. Viele fühlen sich als Versager. Deshalb wurde in der Mayana-Lodge die Vorschule eröffnet. Die Kinder sollen hier so früh wie möglich an die englische Sprache herangeführt werden. Außerdem erhalten die Kinder täglich Frühstück, Obst, Mittagessen und putzen sich die Zähne. Für die Pausen stehen den Kindern schöne Spielgeräte zur Verfügung, die von Touristen gesponsert wurden.

Die Kinder laufen gern täglich bis zu 1 1/2 Stunden zur Schule und in der großen Hitze ab 13 Uhr zurück. Ich laufe heute mit den Kindern zurück. Nicht jedes Kind besitzt Schuhe. Einige Kinder laufen oder besser rennen mit viel zu großen Flipflop-Schuhen. Ein Kind schlägt unterwegs mehrfach hintereinander Rad. Ich glaube, ich bin die Einzige, die sich danach sehnt, bald am Ziel zu sein. Ich lasse mir jedoch nichts anmerken. Erst in meinem Bungalow realisiere ich, dass ich mich in keiner Weise vor der Sonne geschützt hatte.

 

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Kommentare
1
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  • 23.02.2012
    08:00 Uhr

    mary: Liebe Ingrid,
    ich habe mich unendlich über deine mail und natürlich deinen ersten Blog gefreut. Schön, dass du gut angekommen bist und meine Post mitgenommen hast.
    Ich wäre soooo gerne mitgekommen!
    44 Kinder in der Vorschule ist eine ganz schöne Menge, da haben die Lehrerinnen wieder alle Hände voll zu tun, der süßen Meute etwas beizubringen.
    Erleichtert bin ich auch darüber, wie meine Zeilen aufgenommen wurden, die ich geschrieben habe. Gibt es inzwischen irgendeine Nachricht von den "Ausreißern" um Mathew? Ich frage mich so oft, ob ich es vielleicht hätte verhindern können? Möglicher Weise haben die Angestellten etwas gehört? Bitte grüße alle von mir, vor allem Julia, Gerolda, Anna, Maria, Hans, Simon, Moses,...
    Bleib gesund liebe Ingrid, ich drück dich!
    Deine Marion.

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Bloggerin Ingrid Poike

Ingrid Poike aus Chemnitz engagiert sich seit vielen Jahren ehrenamtlich für ein Hilfsprojekt in Namibia. Sie unterstützt vor Ort verschiedende Projekte und die Grundschule am Okavango. Mehrmals im Jahr reist sie mit vielen Hilfsgütern im Gepäck auf eigene Faust nach Afrika, besucht die Familien vor Ort und kümmert sich um die Verteilung der Spenden. In ihrem Blog berichtet sie regelmäßig über ihre Arbeit in Namibia.

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