Leser-Obmann
Blog von Reinhard Oldeweme
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Da lachen ja die Hühner, oder auch nicht
Solche Tage gibt es, heute war wieder mal so einer, und ob es an den heißen Temperaturen oder der Sonne ohne Unterlass gelegen hat, weil die Menschen dann in ihren Gärten sich aufhalten oder das nächstgelegene Freibad ansteuern, aber der Zeit zwischen 10 und 12 Uhr waren heute weder besonders geistreiche noch unterhaltsame Gespräche vergönnt, was nicht heißen soll, dass die Themen nicht interessant gewesen wären, was sie sicherlich waren, oder es an einem ansprechenden Informationsgehalt gemangelt habe, so dass mir heute nur bleibt, von den elf Anrufern diese wenigen hier zu Protokoll zu geben (schöner Satz, nicht wahr?):
Episode 1: "Da ist ein h zu viel, nicht dass jemand auf die Idee kommen würde, dass da die Hühner lachen", klärte mich eine Leserin auf, weil wir in dem Artikel "Der Raumgreifer" den ehemaligen Gewandhaus-Dirigenten Kurt Masur einen "Hühnen" genannt hatten. Über diesen Scherz konnte ich nicht lachen, die Frau in der Leitung umso mehr.
Episode 2: "Jahrelang habe ich es verschrieben bekommen und musste nur zuzahlen, jetzt muss ich die 36 Euro komplett allein bezahlen. Das ist doch wohl eine Unverschämtheit", sagte mir ein Leser und beschwerte sich über diese Veränderung in seinem Leben, bevor er hinzufügte: "Geben Sie das bitte weiter, heute noch." Anschließend habe ich im Netz nach dem Präparat gesucht, weil ich neugierig geworden war, und fand diese Information: Der Wirkstoff wird sowohl als Sprengstoff als auch als Arzneimittel verwendet. Und gedacht habe ich: Welcher Nutzen es dem Leser nicht wert ist, dafür 36 Euro zu blechen? Man weiß es nicht.
Episode 3: Die Wette mit dem Kollegen habe ich verloren und werde den Einsatz ("diese Kugel ist für Dich bestimmt") gerne bezahlen: Tatsächlich haben zwei Leser bei mir angerufen, nachdem sie den Artikel "Keuchhusten und Scharlach kehren nach Sachsen zurück" heute auf der Seite Sachsen gelesen hatten, um sich generell gegen das Impfen auszusprechen. Ich war davon ausgegangen, dass die Impfgegner genau wissen, wer der für dieses Thema zuständige Fachredakteur ist, und es gar nicht erst bei mir versuchen; so kann man sich täuschen.
Episode 4: Zum Schluss war mir dann doch noch eine große Freude vergönnt, nachdem bei mir eine Mail eingegangen war, die meinen kleinen Schatz an verdrehten Redensarten um ein wunderbares Kleinod bereichert hat. Wörtlich war darin zu lesen: "Und dann schießen wir aus allen Löchern." Zu Erklärung: Man kann aus dem letzten Loch oder aus allen Löchern pfeifen, wenn man beispielsweise einen harten Arbeitstag hinter sich hat, nach Hause kommt und über den Staubsauger im Flur stolpert. Man kann auch aus allen Rohren schießen, wenn man beim Chef mit der Bitte um einen vorgezogenen Feierabend nicht weiterkommt, um dann tatsächlich alle Mittel einzusetzen, und wenn es der entzündete Weisheitszahn ist, der nach einem Gang zum Zahnarzt verlangt, obwohl er schon seit Jahrzehnten nicht mehr für Kummer sorgen kann, weil er dereinst der Zange zum Opfer fiel. Oder so, oder anders. Für heute ist jetzt Schluss.
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