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Bildungsexperten fordern eine Abschaffung der Schulnoten.

Foto: Sebastian Gollnow

Bildungsexperten für Abschaffung der Schulnoten

erschienen am 17.02.2017

Berlin (dpa) - Die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Marlis Tepe, hat sich für die Abschaffung von Schulnoten ausgesprochen.

«Zensuren sind nicht objektiv. Wir müssen weg von den Noten, hin zu individuellen Berichten, weil sie den persönlichen Lernfortschritten der Kinder viel gerechter werden», sagte sie der «Bild». Tepe betonte, der Verzicht auf Noten sollte «nicht nur in Grundschulen, sondern in allen Schultypen praktiziert werden». Es sei wissenschaftlich bewiesen, dass Berichte besser seien.

Die Schüler in Deutschland hatten bei den jüngsten internationalen Vergleichstest relativ mäßig abgeschnitten. Die Präsidentin des Bayrischen Lehrerverbandes (BLLV), Simone Fleischmann, sprach sich ebenfalls dafür aus, Schulnoten auch in höheren Klassenstufen durch Lernentwicklungsgespräche zu ersetzen, weil dies motivierender sei. «Wir müssen umdenken in unserem Bildungssystem, dazu brauchen wir eine umfassende Bewertung von Menschen», sagte Fleischmann der Zeitung. Kritik kam dagegen von der Vorsitzenden der Kultusministerkonferenz (KMK), Susanne Eisenmann (CDU): «Schule muss leistungsorientiert sein. Deshalb gehören auch Noten zur Leistungsmessung dazu.»

Eine große Mehrheit der Deutschen stimmt Eisenmann zu. Einer Umfrage des Kölner Meinungsforschungsinstituts YouGov vom vergangenen September zufolge halten drei von vier Deutschen Schulnoten weiterhin für sinnvoll - im Osten (81 Prozent) sogar noch mehr als im Westen (74 Prozent). Dass Schüler bei miesen Leistungen sitzenbleiben müssen, finden mehr als 80 Prozent richtig - für 33 Prozent ist das Wiederholen einer Klasse «sehr sinnvoll», für 48 Prozent immerhin noch «eher sinnvoll».

 
© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
 
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Kommentare
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Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
  • 19.02.2017
    14:05 Uhr

    BlackSheep: Sich beschweren das die Qualität der Schulabgänger für das Berufsleben nicht reicht, aber das Bildungssystem Schritt für Schritt schwächen, sieht schon aus wie Absicht.

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  • 19.02.2017
    09:24 Uhr

    vomdorf: Ich stelle mir gerade vor, wie es einem der unzähligen Quereinsteiger gelingen soll, eine Beurteilung zu schreiben deren Formulierungen so sind, dass die Eltern gegen einzelne Passagen nicht klagen können....

    Wenn in einer Beurteilung z.B steht: bemüht sich, die gestellten Anforderungen zu erfüllen....bedeutet das für die Eltern: "läuft",
    in einer Note ausgedrückt: minus 4.

    Wer lässt sich nur immer wieder solchen Schwachsinn einfallen? Es reicht schon, dass in der ersten Klasse keine Zensuren mehr gegeben werden....da ist alles Spaß....und trotz Beurteilungen denken viele Eltern "läuft"....
    Außerdem kann für ein Kind, dem das Lernen nicht leicht fällt, eine 4 eine tolle Zensur sein. Kommt natürlich auch auf den Lehrer an, wie er das dem Kind erklärt. Ein "du hast dich bemüht, die geforderten Aufgaben....." wird es weder verstehen noch verinnerlichen.

    0 3
     
  • 18.02.2017
    10:53 Uhr

    1953866: @Blacky, Erstens, Sie haben das Chemnitzer Schulmodell ins Gespräch gebracht. Zweitens, ich habe keine Ahnung was eine DAF-Klasse ist. Drittens, das Flüchtlingsthema habe ich überhaupt nicht angesprochen, sondern nur diese Ausstellung für die an exponierter Stelle auf der Website "Ihrer" Schule Werbung gemacht wird. Aber das hat natürlich mit dem "pädagogischen Konzept" dieser Schule absolut nichts tun. Das Heft habe ich inzwischen (inklusive der Randnotizen der Ersteller_innen) gelesen und mir eine Meinung dazu gebildet.
    http://www.schulmodell.eu/

    http://www.schulmodell.eu/images/stories/aktuelles/161213_ZEOK_Wanderausstellung_Begleitheft.pdf

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  • 18.02.2017
    08:29 Uhr

    Blackadder: @ 19... Hier ging es um Zensuren und das pädagogische Konzept dieser Schule. Warum sie jetzt mit der DAF Klasse ankommen verstehe ich nicht,aber manche bringen das Flüchtlingsthema echt überall rein.

    4 1
     
  • 17.02.2017
    17:27 Uhr

    1953866: @Blacky, ich habe mich jetzt mal für "Ihr" Chemnitzer Schulmodell interessiert:
    http://www.schulmodell.eu/
    Als erstes auf der Website leuchtet mir das Banner "Muslimisch in Deutschland, eine Ausstellung für Jugendliche" entgegen. Dann habe ich das Begleitheft angeschaut:
    http://www.schulmodell.eu/images/stories/aktuelles/161213_ZEOK_Wanderausstellung_Begleitheft.pdf
    Erster Satz: "Der Islam gehört zu Deutschland." Beim schnellen Durchblättern, ich habe nun nicht das gesamte Heft gelesen, fiel mir auf Seite 22 auf:
    Jinan
    Die Bedeckung meines Körpers, inklusive Kopftuch, gibt mir als Frau
    das Gefühl, frei zu sein, denn sie ist für mich universell und zeitlos. Man
    folgt z. B. keinem Modetrend oder Zeitgeist. Es gibt mir das Gefühl,
    EINS zu sein mit dem Universum.
    Laila
    Ich mag die Idee, nicht alles von sich zeigen zu müssen. Vor allem
    heutzutage, wo Freizügigkeit und auch Sexismus immer mehr
    zunehmen. Ich selber trage aber kein Kopftuch.
    Shimaa
    ...Momentan trage ich mein Kopftuch aus einem religiösen Grund. Ich bin
    der Meinung, dass es Pflicht ist. Wenn ich ohne Kopftuch auf die Straßen
    gehe, fühle ich mich nackt. Ich finde, es ist ein Teil von meiner Identität
    und meinem Leben.

    Entschuldigung, aber da stockte mir ein wenig der Atem. Aussagen von gleichaltrigen Schülerinnen, wie geil doch Kopftuch und Verhüllung ist! Über die Rolle, den Wert der muslimischen Frau, z.B. Gleichberechtigung, habe,oder konnte ich auf die Schnelle nichts finden.
    Ganz zum Schluss wird kurz auf "Islamismus" und Kennzeichen eines Islamisten eingegangen:
    "Wer nur ein bisschen zweifelt, der ist kein Muslim... Ich sage ganz klar und deutlich: Christen sind Ungläubige... Im Jihad muss man auch mit Waffen für eine islamische Gesellschaft kämpfen."
    Das soll natürlich als Warnung verstanden werden, auf die Idee, dass Kinder und Jugendliche sich diese Sprüche zu eigen machen kommt man natürlich nicht.
    "Die Mehrheit der Islamisten in Deutschland lehnt jedoch Gewalt ab"

    Na dann ist doch alles gut!

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