Kultur
Künstlermesse "Kunst-direkt" als Selbstvermarktungsforum für Künstler
Oliver Kelm zeigt auf Tischdecken gemalte Bilder
Mainz (ddp-rps). Die Bilder des Pirmasenser Künstlers Oliver Kelm handeln von Vergänglichkeit und Ehrfurcht vor der Natur. Davon zeugen etwa seine Gemälde, auf denen oft Personen in unterschiedlichen Altersstadien porträtiert sind. Kelm ist einer von 170 Künstlern aus Rheinland-Pfalz, die an diesem Wochenende ihre Werke auf der 9. Künstlermesse "Kunst-direkt" in der Mainzer Rheingoldhalle präsentieren.
Bis zu fünf Tage die Woche investiert der Diplom-Maler und -Bildhauer Kelm in seine Werke. Doch reicht seine große Leidenschaft nicht, um für den Lebensunterhalt sorgen. Deshalb arbeitet er zweimal die Woche in der Fortwirtschaft. Durch die Künstlermesse erhofft sich der 42-Jährige eine größere Resonanz und will deshalb vom 12. bis zum 14. März seine Werke auf der Messe einem größeren Publikum zeigen. "Es ist ein Muss da präsent zu sein, da muss man einfach mitmachen", sagt Kelm.
Die Messe vereine unter ihrem Dach bereits bekannte Künstler und solche, die darauf warten, von einem größeren Publikum entdeckt zu werden, sagt Kulturministerin Doris Ahnen (SPD). Durch die Messe biete sich vielen Künstlern die Chance, in direkten Kontakt zum kunstinteressierten Publikum zu treten und ihre Werke auf dem Markt anzubieten, betonte Ahnen.
Die Messe sei ausdrücklich als "Selbstvermarktungs-Forum" angelegt und soll "eine Kultur des Kunstkaufens fördern", sagt Ahnen. Auch das Land Rheinland-Pfalz wolle sich deshalb nach möglichen Kunstwerken für seine Landessammlung umschauen. Zur vergangenen Messe im Jahr 2008 kamen laut Ministeriumsangaben mehr als 8000 Besucher. Für rund 300 Euro stehen den Teilnehmern je zwölf Quadratmeter Standfläche zur Verfügung.
Für Kelm ist es das erste Mal, dass er auf der Messe ausstellt. Insgesamt will er sieben im vergangenen Jahr erstellte Bilder sowie zwei Skulpturen dem breiten Publikum vorstellen. Seine Skulpturen stehen für Selbsterkenntnis und die Entstehung von Figuren. So kreierte er beispielsweise eine genaue Nachbildung seines Schädels aus Ton als eine innere Abbildung von sich.
Kelm verwendet bei seiner Arbeit ungewöhnliche Techniken. Viele seiner Werke male er nicht wie üblich auf Leinwänden, sondern auf Tischdecken mit bunten Mustern. Die Muster stellten dabei eine Art Bühne oder Hintergrund dar, auf der sich die Figuren bewegen. Sich selbst sieht er eher als Künstler, der sich keiner Stilrichtung zuordnen lässt: "Ich lege mich da nicht fest, da ich nicht in eine enge Kategorie eingeteilt werden möchte."
Obwohl Kelm an mehr als 24 Ausstellungen im In- und Ausland teilgenommen hat, ist er bislang nur wenigen Kunstinteressierten bekannt. "Bisher bin ich nicht sehr mit meinen Arbeiten an die große Öffentlichkeit getreten", sagt der 42-Jährige. Er sei sozusagen noch ein "Insider-Tipp in der Branche". Von seinen zwölf im Jahr erstellten Bildern verkauft der Maler lediglich rund die Hälfte. Meist sind es Personen aus seinem Bekanntenkreis, die seine Bilder kaufen, führt er aus. Aus diesem Grund falle es ihm schwer, nur aus den Erlösen seiner Kunstwerke zu leben.
(ddp)
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