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Die Filmrolle hat auch in kleinen Kinos ausgedient
Sachsen fördert die Umstellung auf digitale Technik
Dresden (dapd-lsc). Nach den großen Kinos müssen nun auch die kleineren Betriebe die Filmrollen-Abspielgeräte durch Computer ersetzen. Der Betreiber des Programmkinos Ost in Dresden, Sven Weser, sagte, es komme schon vor, dass ein Verleih einen Film nicht mehr in analoger Technik bereitstellen könne. Das Programmkino hat am Donnerstag als erstes in Sachsen Fördermittel des Freistaats zur Digitalisierung erhalten.
Die Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Sabine von Schorlemer (parteilos), überreichte Weser den Bescheid über 21.000 Euro. Sie begründete die Unterstützung damit, dass kleine und mittlere Kinos einen Bildungsauftrag erfüllten und für Vielfalt der Kinolandschaft sorgten. Viele könnten die technische Umstellung aus eigener Kraft kaum bewältigen. Sachsen hat dafür jeweils 200.000 Euro für 2011 und 2012 bereitgestellt.
Schorlemer zufolge haben bisher sieben Kinos Anträge gestellt. Neben dem Dresdner Programmkino sind dies das Apollo Filmtheater in Limbach-Oberfrohna, das Clubkino in Gelenau, die Passage Kinos in Leipzig, das Movie Kinocenter in Marienberg, der Gloria Filmpalast in Annaberg und die Filmbühne in Mittweida, die aber die Kriterien der Förderung nicht erfüllt. Der Filmverband Sachsen erwartet Anträge von etwa 45 Kinos, wie der Geschäftsführer Uwe Penckert sagte.
Die Kinos können zusätzlich noch Fördergelder des Bundes und der Filmförderanstalt (FFA) beantragen, die insgesamt 75 Prozent der Investitionen abdecken können. Vor kurzem stellte die EU zwei Millionen Filmförderung im Programm MEDIA bereit.
Schorlemer sagte, nun heiße es Abschied nehmen von der alten Filmrolle. Dabei schwinge "etwas Melancholie" mit: Früher habe man noch ein "leises Rattern im Ohr" gehabt, wenn man an das Kino gedacht habe, sagte sie. Programmkino-Betreiber Weser überreichte der Ministerin zur Erinnerung eine Filmrolle. Das Filmmaterial wird landläufig als Zelluloid bezeichnet, besteht aber aus Polyester, wie Weser erklärte.
Er fügte hinzu, durch die Digitaliserung sterbe der Beruf des Programmierers aus. Die Digitalisierung spare Personal, aber die Betriebskosten würden steigen.
Die Kunstministerin nannte es das Programmkino Ost "Dresdens Kleinod". Schon seit 1930 wird es betrieben. Vor gut zwei Jahren wurde es saniert und durch einen Neubau ergänzt. Die Ministerin erinnerte sich mit Blick auf die gepolsterten Sitze: "In Programmkinos wären früher so harte Stühle." Weser sagte, die Einrichtung sei "Multiplex-Standard". Es gibt zudem Plätze für Rollstühle und technische Hilfen für Schwerhörige.
Sachsens Kinodichte liegt im bundesweiten Vergleich der Flächenstaaten nach Penckerts Angaben im unteren Drittel. Weser betonte, Dresden sei mit ihrer Kinozahl bundesweit unter den ersten fünf Städten.
dapd