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Erste große Ernst-Jünger-Retrospektive wird in Marbach gezeigt
Das Kernstück der Ausstellung bilden mehr als 260 Tagebücher
Marbach (dapd). Das Literaturmuseum der Moderne in Marbach eröffnet am 7. November 2010 die erste große Retrospektive über den Schriftsteller Ernst Jünger (1895-1998). Unter dem Titel "Ernst Jünger. Der Nachlass" werden bis 28. März 2011 über 400 Exponate gezeigt, von denen die meisten bislang weder ausgestellt noch publiziert waren, wie das Literatur Archiv Marbach am Donnerstag mitteilte. Kernstück der Ausstellung bilden mehr als 260 Tagebücher, die der Schriftsteller und Philosoph im Laufe seines Lebens verfasst hat. Die Ausstellung sei eine Einführung in das lange Leben und umfangreiche Werk für den Jünger-unkundigen Besucher. Zu der Eröffnungsveranstaltung werden Kulturstaatsminister Bernd Neumann und der Mitherausgeber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" Frank Schirrmacher erwartet.
Zu Jüngers 116. Geburtstag am 29. März 2011 soll das ehemalige Wohnhaus des Schriftstellers im oberschwäbischen Wilflingen feierlich wiedereröffnet werden. 1999 wurde das 1728 erbaute Gebäude von der Ernst-Jünger-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Literaturarchiv als Museum und Gedenkstätte eingerichtet. Jüngers Wohn- und Arbeitsräume wurden im Originalzustand belassen. Das Werk des 1895 in Heidelberg geborenen Jünger ist weltweit bekannt. Kritiker warfen ihm insbesondere seine Frühwerke vor wegen kriegsverherrlichender und anti-demokratischer, teils antisemitischer Tendenzen. Seine Kriegserlebnisse im Ersten Weltkrieg verarbeitete der mehrmals verwundete und hoch dekorierte Soldat Jünger in zahlreichen Schriften, darunter im Tagebuch "In Stahlgewittern" und im Essay "Der Kampf als inneres Erlebnis". Vom Nationalsozialismus distanzierte sich der in Heidelberg geborene Schriftsteller allerdings bereits in den 1930er Jahren.
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