Foto: ddp

"Es war eine echte Freak-Show"

Kurt Westergaard fühlte sich von Intellektuellen allein gelassen

Berlin (dapd). Der dänische Karikaturist Kurt Westergaard hat sich nach dem Aufruhr um seine Mohammed-Karikaturen von seiner "eigenen Klasse" allein gelassen gefühlt. Zwar hätten ihn die meisten seiner Landsleute beschützt oder ihm Lob und Mut zugesprochen, sagte Westergaard der "Süddeutschen Zeitung". Die einzige Ausnahme seien "die Intellektuellen und Kreativen" gewesen. Diese seien skeptisch geblieben und hätten seine Zeichnung als willkürliche Provokation des Islam verstanden.

Westergaard hatte eine der zwölf Karikaturen des Propheten Mohammed gezeichnet, die am 30. September 2005 unter der Überschrift "Das Gesicht Mohammeds" in der dänischen Tageszeitung "Jyllands-Posten" erschienen waren. Die Darstellungen lösten einen internationalen Streit um Meinungsfreiheit und gewalttätige Demonstrationen von Muslimen in der ganzen Welt aus, die sich von den Abbildungen beleidigt fühlten. Muslimen sind bildliche Darstellungen Mohammeds verboten.

Westergaard sagte der Zeitung weiter, er habe sich nie im Leben solche Konsequenzen vorgestellt. "Es war eine echte Freak-Show." Das Original seiner Zeichnung sei inzwischen gut versteckt, "tief in einem Bankverlies". Er selbst habe immer Bodyguards des dänischen Sicherheitsdienstes bei sich. "Wir haben eine gute Zeit zusammen. Was ich tue, tun sie auch. Darum sind sie froh, dass ich kein Winterschwimmer oder Nudist bin."

dapd

 
erschienen am 09.09.2010
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