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Fußball trifft auf Film
Beim 7. Internationalen Fußballfilmfestival in Berlin steht Afrika im Mittelpunkt
Berlin (ddp-bln). In Berlin trifft ab Samstag (13. März) wieder Fußball auf Film. Beim 7. Internationalen Fußballfilmfestival "11mm" im Berliner Kino Babylon Mitte steht im Weltmeisterschaftsjahr Afrika im Mittelpunkt. Rund 10 von insgesamt 40 Spiel-, Kurz- und Dokumentarfilmen beleuchten die weitgehend unbekannte Fußballkultur des südlichen Kontinents. Den traditionellen Höhepunkt der Fußballfilmtage bildet am Mittwoch (17. März) der Kurzfilmwettbewerb "11mm shortkicks". Juroren des Hauptpreises, der "Goldenen 11", sind unter anderen der mittlerweile als Schauspieler tätige deutsche Ex-Nationalspieler Jimmy Hartwig, die Schauspieler Rufus Beck und Thomas Thieme und der langjährige ehemalige Nationalspieler Guineas Pablo Thiam.
Bereits der Eröffnungsfilm des Festivals bietet seinen Zuschauern eine Ahnung von der afrikanischen Fußballbegeisterung. Die Dokumentation "Togo - Le Film" (Samstag, 20.00 Uhr) zeichnet den Ausnahmezustand nach, der in dem Land während seiner ersten WM-Teilnahme 2006 herrschte. Als Gäste werden die Schweizer Filmemacher Pierre Morath und Nicholas Peart sowie der ehemalige togolesische Nationaltrainer Otto Pfister erwartet.
Neben der Fußballkultur des WM-Gastgeberlandes greift das Festival auch ein hochaktuelles Thema auf. Im Frühsommer 2008 fragte die Dokumentation "Das große Tabu - Homosexualität und Fußball" nach dem Status Quo von gleichgeschlechtlicher Liebe im Volkssport Nummer eins. Die Reaktionen zeigten deutlich, dass der deutsche Fußball von einem unaufgeregten, weltoffenen Umgang mit Homosexualität noch weit entfernt war. Filmautor Aljoscha Pause hat die brisante Thematik weitere zwölf Monate beobachtet und in seiner neuen Reportage "Tabubruch" (16. März, 19.00 Uhr) zusammengefasst.
Novum des Festivals ist eine eigene Kinder- und Jugendfilmreihe. Zu sehen ist unter anderem der derzeit in den Kinos laufende Film "Teufelskicker" (14. März, 13.00 Uhr) mit Schauspieler Benno Fürmann. Ebenfalls im Programm steht der schwedische Kinderfilmklassiker "Fimpen" (13. März, 18.00 Uhr) aus dem Jahr 1974. Zur Präsentation erwartet wird Darsteller Ronnie Hellström, schwedischer Ex-Nationalspieler und einer der bekanntesten Torhüter der 70er Jahre.
Neben zahlreichen Regisseuren und Schauspielern haben weitere Gäste aus dem Fußballbereich ihr Kommen zugesagt, darunter der erste FIFA-Schiedsrichter Israels, Abraham Klein, und der Ex-Trainer von Hertha BSC, Uwe Klimaschefski.
Ins Leben gerufen wurde das Festival 2004 von Birger Schmidt. Der Erziehungswissenschaftler arbeitete damals für den British Council und hatte den Auftrag, den Insel-Fußball im Vorfeld der WM 2006 in Deutschland bekannter zu machen. Im Ergebnis zeigte das erste "11mm" vor sechs Jahren nur britische Filme. 2005 trat das Festival mit erweitertem Konzept auf: "Wir haben Fußballfilme aus ganz Europa ins Programm aufgenommen und Gäste eingeladen", erläuterte Birger im ddp-Gespräch. Zudem organisierte sein mittlerweile gegründeter Verein "Brot und Spiele" Diskussionsrunden zu Themen wie Fußball im Nationalsozialismus und dem Fußballboom im skandinavischen Film.
Während das Festival in den Anfangsjahren rund 400 Fußballbegeisterte anzog, kamen 2009 bereits an die 2000 Zuschauer. "Wir hatten schon im Dezember Anfragen von Interessierten aus Köln oder Frankfurt, die sich extra für die Filmtage Urlaub nehmen wollten", sagte Birger. Zwar sei der Großteil der Besucher ziemlich fußballafin, viele Leute kämen aber auch wegen der Internationalität der Filme. In diesem Jahr würden Produktionen aus 15 Ländern gezeigt.
(ddp)