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Genaue Analyse
Forscher untersuchen zehn Millionen Jahre alte Elefantenknochen
Mainz (ddp). Am Römisch-Germanischen Zentralmuseum in Mainz werden seit Dienstag Kieferknochen des urzeitlichen "Hauerelefanten" untersucht. Ziel sei es, mit Hilfe von Röntgenaufnahmen der rund zehn Millionen Jahre alten Knochen Erkenntnisse über die Ernährungsweise des urzeitlichen Dinotherium giganteum sowie über die Entwicklung des Ur-Rheins in Rheinhessen zu gewinnen, sagte der stellvertretende Leiter des ebenfalls am Projekt beteiligten Naturhistorischen Museums Mainz, Herbert Lutz. Als Ur-Rhein bezeichnet man die früheren Verläufe des Flusses.
Den Anstoß für das Forschungsprojekt gab der Fund eines Unterkiefers bei Eppelsheim im Herbst 2009. Neben diesem Exemplar werden noch drei weitere Unterkiefer des urzeitlichen Elefanten aus Grabungen aus dem 19. Jahrhundert sowie je ein weiteres Stück aus Sammlungen in München und London einbezogen.
Lutz zufolge zeichneten sich die Ur-Elefanten durch ihre mächtigen, besonders geformten Stoßzähne aus. Deren Einzigartigkeit besteht darin, dass sie nicht wie bei anderen Rüsseltieren nach vorn gerichtet waren, sondern zur Brust hin gebogen.
Mit den Forschungsarbeiten wollen Wissenschaftler aus München, London und Paris der Frage nachgehen, wozu diese bis zu vier Meter großen Tiere der Urzeit ihre auffälligen Hauer im Unterkiefer eingesetzt haben. "Es ist uns noch vieles über diese Tiere aus der Urzeit unbekannt", sagte Oliver Sandrock vom Hessischen Landesmuseum Darmstadt. "Wir erkennen anhand ihrer Kieferstruktur, dass sie beispielsweise keine Gras-, sondern Pflanzenfresser waren", fügte er hinzu.
(ddp)