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Greifswald bekommt Caspar-David-Friedrich-Denkmal

Stadt plant Bau eines Personalmuseums über deutschen Meister der Romantik

Greifswald (ddp-nrd). So könnte Caspar David Friedrich vor fast 200 Jahren über die Ostseeinsel Rügen gestreift sein: Den schützenden Lodenmantel hochgeschlagen, gestützt auf den Spazierstock, schweift der Blick des berühmten Malers (1774-1840) gedankenverloren in die Ferne. In Lebensgröße steht der Meister der Romantik nun in Bronze gegossen in einem Künstleratelier in Schattin bei Lübeck. In vier Wochen soll die vermutlich weltweit erste figürliche Darstellung von Friedrich in seiner Geburtsstadt Greifswald aufgestellt werden.

Mehr als ein Jahr lang hat der Lübecker Bildhauer Claus-Martin Görtz in seiner Werkstatt im ehemaligen deutsch-deutschen Grenzstreifen an dem für ihn bislang wichtigsten Auftrag gearbeitet. "Vorausgegangen war der Modellierung in Gips eine aufwendige Recherche", sagt der 47-Jährige, der die feinen Gesichtszüge nach Vorlage von Friedrichs Selbstbildnis aus dem Jahre 1806 herausarbeitete. In der Kunstgießerei Wittkamp im niedersächsischen Elmenhorst wurde schließlich die aus vier Einzelteilen bestehende Bronze-Statue gegossen.

Der Plan, in Greifswald mit einem repräsentativen Denkmal an Friedrich zu erinnern, sei schon mindestens zwölf Jahre alt, sagt der Maler Helmut Maletzke. Projekte wie die Aufstellung einer bronzenen Figurengruppe, wie sie Friedrich 1818 auf dem Greifswalder Markt zeichnete, seien immer wieder zerredet worden oder im Kompetenzgerangel und an fehlenden Geldern gescheitert. Auch vor der Vollendung des jetzigen Denkmals meldeten sich wieder Kritiker, die sich eher eine wohl kaum bezahlbare Arbeit des renommierten amerikanischen Bildhauers Richard Serra in Greifswald gewünscht hätten.

Für die Friedrich-Statue von Görtz wurden letztlich rund 31 000 Euro veranschlagt. Fast 17 200 Euro spendeten 100 Bürger und Unternehmen der Region, den Rest stellte das Schweriner Kultusministerium aus seinem Zukunftsfonds zur Verfügung. Am 8. Mai, einen Tag nach dem 170. Todestag von Friedrich, soll das fast eine Tonne schwere Denkmal auf einem innerstädtischen Privatgelände eingeweiht werden. Dort hatten Künstler schon im Sommer 2008 an einer Hausfassade ein 30 Meter langes Bild zur Geschichte Greifswalds und seiner berühmten Söhne geschaffen.

Nur wenige Meter entfernt liegt jenes Anwesen, in dem Friedrich als Sohn eines Seifensieders zur Welt kam. Inzwischen befindet sich im Geburtshaus am Dom das Caspar-David-Friedrich-Zentrum, dessen Ausstellungsflächen derzeit für eine halbe Million fast verdreifacht wird.

Greifswalds Oberbürgermeister Arthur König (CDU) sieht in dem deutlich gestiegenen öffentlichen Interesse an Friedrich, dessen Leben und dessen einstigen Wirkungsstätten eine enorme Chance für den Tourismus. Schon vor zwei Jahren war im Stadtumfeld ein historischer Rundweg eingeweiht worden, über den interessierte Gäste 15 Standorte erreichen können, an denen Friedrich einst tätig war und malte.

Nun plant die Stadt sogar die Errichtung eines Caspar-David-Friedrich-Hauses. Im Senat stellte König am Dienstag das Projekt eines rund zehn Millionen Euro teuren Personalmuseums vor, das bis 2015 neben dem Pommerschen Landesmuseum errichtet werden soll. In dem Komplex könnten unter anderem 79 Originale des Meisters dauerhaft präsentiert werden, die sich derzeit im Museumsbesitz befinden, argumentiert König. Bund, Land und Stiftungen hätten bereits Unterstützung signalisiert. Über seinen Vorschlag soll die Bürgerschaft am 12. April entscheiden.

(ddp)

 
erschienen am 16.03.2010
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