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Grimme-Preise bekanntgegeben
ZDF und ARD bei Auszeichnungen vorne - Zwei Preise für ProSieben und DSF
Düsseldorf/Marl (ddp-nrw). Beim 46. Adolf-Grimme-Preis gehen die meisten Auszeichnungen an öffentlich-rechtliche Sender. Im Bereich Fiktion ist das ZDF der große Gewinner und erhält vier von fünf Preisen, wie das Adolf-Grimme-Institut am Mittwoch in Düsseldorf bekanntgab. Ausgezeichnet werden die ZDF-Filme "Ein halbes Leben", "Kommissar Süden und der Luftgitarrist", "Mörder auf Amrum" und "Die Wölfe". Regisseur Dominik Graf bekommt für den Krimi "Kommissar Süden" seinen mittlerweile achten Grimme-Preis. Eine Ehrung erhält auch die ARD/WDR-Produktion "Frau Böhm sagt Nein" mit Senta Berger in der Titelrolle. ProSieben und der Sportsender DSF gewinnen je einen Preis in der Kategorie Information & Kultur.
"Der jetzige Preisjahrgang beweist eindrucksvoll, dass gutes, dass herausragendes Fernsehen keine Chimäre ist und dass sich exzellente Qualität in einem breiten Spektrum findet, gerade auch in der Fiktion", sagte der Direktor des Grimme-Instituts, Uwe Kammann. Insgesamt wurden von drei Jurys zwölf Produktionen der Wettbewerbskategorien Fiktion, Information & Kultur und Unterhaltung geehrt. Das ZDF ist mit sechs Produktionen Spitzenreiter. Rund 60 Fernsehproduktionen, die meisten öffentlich-rechtliche, waren nominiert worden. Die Preisverleihung findet am 26. März im Theater der Stadt Marl statt.
In der Unterhaltung werden die Talksendung "Inas Nacht" (ARD/NDR) mit Entertainerin Ina Müller und die ZDF-Nachrichtensatire "heute show" mit Oliver Welke ausgezeichnet.
In der Kategorie Information & Kultur geht der Grimme-Preis an fünf Produktionen. Besonders erfreulich sei, dass es hier zwei private Anbieter geschafft hätten, sagte Kammann. "Das zeigt, dass besondere Anstrengungen natürlich bemerkt und auch honoriert werden." Eine Ehrung erhält die Produktion "Galileo Spezial - Karawane der Hoffnung" auf ProSieben, in der Rüdiger Nehberg bei seinem Einsatz im Kampf gegen die Beschneidung junger Mädchen begleitet wird. DSF-Autor Aljoscha Pause bekommt einen Grimme-Preis "Spezial" für den Film "Tabubruch", der Homosexualität im Profi-Fußball thematisiert.
Weitere Preise gehen an die Dokumentarfilme "Eisenfresser" (BR/Arte/RBB) von Shaheen Dill-Riaz, "Henners Traum" (ZDF) von Klaus Stern und "Tiananmen" (ARD/WDR/Arte/NDR) von Thomas Weidenbach und Ming Shi.
Der Adolf-Grimme-Preis wird seit 1964 alljährlich in Marl verliehen und wurde 1961 vom Deutschen Volkshochschul-Verband gestiftet. Mit ihm werden Fernsehsendungen und -leistungen ausgezeichnet, "die für die Programmpraxis vorbildlich und modellhaft sind".
Helmar Weitzel bekommt für seine Darstellung in "Willi wills wissen - Wie macht der Künstler Kunst?" (BR) den Sonderpreis Kultur des Landes NRW. Der Publikumspreis der Marler Gruppe geht an Carmen Butta und René Dame für ihre "360 Grad - GEO Reportage: Die Bambusbahn von Kambodscha" (Arte). Mit dem Eberhard-Fechner-Förderstipendium wird Astrid Schult für die Dokumentation "Der innere Krieg" (ZDF) gekürt.
Die Besondere Ehrung des Deutschen Volkshochschul-Verbandes für herausragende Verdienste um das Fernsehen geht an den Fernsehmacher Alexander Kluge. Die Preisverleihung wird ab 19.00 Uhr live im ZDF-Theaterkanal und zeitversetzt ab 22.35 Uhr auf 3sat übertragen. Moderatorin ist Désirée Nosbusch.
(ddp)