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Größter Teil des Leipziger Naturkundemuseums geschlossen
Brandschutzmängel als Grund genannt
Leipzig (dapd-lsc). Wegen Brandschutzmängeln schließt die Stadt Leipzig von Mittwoch (23. November) an den größten Teil ihres Naturkundemuseums. 85 Prozent der Ausstellungsflächen seien dann nicht mehr für Besucher zugänglich, sagte der Direktor des Naturkundemuseums, Rudolf Schlatter, am Dienstag in Leipzig. Es sollten nur noch im Erdgeschoss Sonderausstellungen zu sehen sein, die Dauerausstellung in den oberen Etagen auf rund 800 Quadratmetern wird für Besucher gesperrt. Mitarbeiter dürften weiter in den Obergeschossen arbeiten.
Schlatter sagte, er stehe "noch unter einem gewissen Schock". Die Leiterin des Kulturamts, Susanne Kucharski-Huniat, führte als Grund für die Schließung an, dass in den oberen Etagen die Sicherheit der Besucher nicht gewährleistet werden könne. "Nach dem Brand der Anna Amalia Bibliothek in Weimar ist die Aufmerksamkeit für den Brandschutz gestiegen", sagte sie. Im September 2004 hatte ein Feuer große Teile der Weimarer Bibliothek und ihres Buch- und Kunstbestands zerstört.
Nach Einschätzung des Kulturamts muss in dem Museum die gesamte Elektroinstallation erneuert werden, damit es wieder vollständig geöffnet werden kann. Die Kosten dafür werden mit rund 400.000 Euro angegeben. Seit dem Jahr 2007 investierte die Stadt nach eigenen Angaben rund 50.000 Euro, um Erfordernissen des Brandschutzes gerecht zu werden. Von Januar 2012 sollen weitere Arbeiten am Museum folgen, die Kosten dafür werden mit etwa 60.000 Euro beziffert. Damit soll ermöglicht werden, dass die Räume im Erdgeschoss mit Sonderausstellungen für Besucher geöffnet bleiben und in den oberen Etagen die Mitarbeiter weiter arbeiten können.
Museumszukunft ungewiss
Die Zukunft des Museums ist ungewiss. Kulturbürgermeister Michael Faber (parteilos) sagte zwar, Leipzig brauche ein Naturkundemuseum, die Stadt wolle jedoch erst im Herbst 2012 über die Aussichten für das Museum entscheiden. Dessen Zukunft hängt von den Ergebnissen eines Konzepts ab, das erstellt werden und Aussagen über den künftigen Standort enthalten soll. In den Diskussionen wird das Gebäude des früheren Bowlingtreffs in der Innenstadt genannt, das 1987 eröffnet wurde und seit 1997 leer steht.
Das Naturkundemuseum wurde 1912 eröffnet und zählt jährlich etwa 300.000 Besucher. Bei einer gesamtdeutschen Erhebung über den Umfang der Wirbeltiersammlungen der 18 bedeutendsten naturkundlichen Regionalmuseen erreichte das Museum 2002 den fünften Platz.
dapd