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Kleinstadthelden widmen Heimatort neue CD

"Osterholz-Scharmbeck" erscheint am Freitag - Bürgermeister stolz auf "super Werbeträger"

Osterholz-Scharmbeck (ddp). Osterholz-Scharmbeck ist eine typische norddeutsche Kleinstadt mit gut 30 000 Einwohnern. Und: es ist der Name einer neuen CD. Denn Osterholz-Scharmbeck ist die Heimat einer Band, die beim "Bundesvision Song Contest 2010" am 1. Oktober in Berlin beweisen will, dass auch in einer kleinen Stadt Helden geboren werden können. Den Grand Prix der Bundesländer vor Augen, haben die Kleinstadthelden den ganzen Sommer über in ihrem Studio in einem umgebauten Bauernhof ihre zweite CD aufgenommen. Osterholz-Scharmbeck stand Pate für den Namen des neuen Albums, das am Freitag erscheinen soll.

In der Kleinstadt bei Bremen am Rande des Teufelsmoores begann die Karriere von Simon Lam, Nils Freesemann, Felix Weidenhöfer und Uli Wortmann als Kleinstadthelden. Hier hatte die Band ihren ersten Auftritt im Kulturzentrum. "Felix und ich kennen uns seit der Grundschule, als wir uns noch gegenseitig in die Brennnesseln geschubst haben", erzählt Leadsänger und Gitarrist Simon Lam. 2004 gründeten die beiden die Kleinstadthelden, damals allerdings noch mit einem anderen Bassisten und Schlagzeuger. Doch die hätten sich später gegen die Musik entschieden. So sei 2007 der gemeinsame "Cafeteria-Freund" Nils als Bassist dazu gestoßen, Drummer Uli Wortmann ein Jahr später.

In dessen Farida-Studio in Osterholz-Scharmbeck hat die Band ihren Proberaum und ihr Studio, obwohl die übrigen Bandmitglieder im benachbarten Bremen studieren und schon "fast" Lehrer sind. Dass die Kleinstadthelden inzwischen in Bremen leben, ist auch der Grund, weshalb sie beim "Bundesvision Song Contest" für das kleinste Bundesland und nicht für Niedersachsen starten. "In Bremen kennen wir die besten Kneipen und die schönsten Ecken", sagt "Kleinstadtheld" Simon, "da wissen wir, für wen wir ins Rennen gehen." Die Band tritt mit der Single "Indie Boys" an, die auch auf dem neuen Album zu finden ist. Für die Produktion des Songs "Indie Boys" holten sich die vier Jungs mit Oliver Pinelli erstmals einen fremden Produzenten ins heimische Studio.

Das Album "Osterholz-Scharmbeck" ist eine Mischung aus Deutschrock, Indie und Punkrock, obwohl die Kleinstadthelden selbst am liebsten ohne solche Schubladen auskommen würden. "Wir wollen, dass die Leute neutral in unsere Musik reinhören", sagt Bassist Nils Freesemann. Die auf Deutsch gesungenen Songs sind durchweg Eigenkompositionen und erzählen Geschichten, die die Band so oder ähnlich erlebt hat. Nicht nur in der Kleinstadt, sondern auch auf Tour bei über 150 Konzerten. Dabei geht es um Freundschaft, verlorene Liebe und um ein Miteinander der Jugendkulturen.

Im vergangenen Jahr wurden die Kleinstadthelden von der Band Silbermond für das Vorprogramm beim Bremer Konzert ausgewählt. "Das hat total Bock gemacht und war ein super Gefühl vor mehr als 3000 Menschen zu spielen", erinnert sich der 26-jährige Gitarrist Felix Weidenhöfer voller Begeisterung an den Auftritt. Jetzt sind die Kleinstadthelden selbst auf dem Sprung an die Spitze. Einen prominenten Fan haben sie schon: Lena Meyer-Landrut bezeichnete sie bei der Bekanntgabe der Teilnehmer am Bundesvision Song Contest als eine ihrer Lieblingsbands. "Darüber haben wir uns sehr gefreut", sagt Nils.

Doch nicht nur Lena hat sich als Fan geoutet. Osterholz-Scharmbecks Bürgermeister Martin Wagener (SPD) hat 500 CDs der Kleinstadthelden gekauft. Die Scheiben sollen nach seinen Worten als "super Werbeträger" im Rathaus weiterverkauft oder bei passenden Gelegenheiten verschenkt werden. "Es macht mich und die Stadt stolz, dass die vier erfrischenden jungen Leute aus Osterholz-Scharmbeck kommen. Es beweist einmal mehr, dass Kleinstädter nicht zu unterschätzen sind", sagt Wagener.

Dass die Band jedes ihrer Konzerte mit "Moin, moin, wir sind die Kleinstadthelden aus Osterholz-Scharmbeck" beginnt, ist für den Bürgermeister ein "echter Bringer". Für die vier Jungs ist es ein Bedürfnis, "denn es ist cool nach Hause zu kommen", sagt "Kleinstadtheld" Nils. Dann sind Kaffeetrinken bei Muttern und Mofafahren angesagt.

ddp

 
erschienen am 04.09.2010
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