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Kulturschaffende würdigen Thomas Langhoff als Größe des Theaters
Leander Haußmann: Ich werde ihn vermissen - Wowereit betont Bedeutung für die Theaterstadt Berlin
Berlin (dapd). Der verstorbene Schauspieler und Theaterregisseur Thomas Langhoff ist von zahlreichen Persönlichkeiten gewürdigt worden. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) betonte am Montag, Langhoff habe die Theaterstadt Berlin geprägt. Der Künstler sei "ohne Zweifel einer der ganz Großen des deutschen Theaters", sagte Wowereit, der auch Kultursenator ist. Langhoff, der viele Jahre als Intendant das Deutsche Theater führte, war am Samstag im Alter von 73 Jahren gestorben.
"Ich habe einen langjährigen Freund verloren", teilte der Intendant der Deutschen Staatsoper, Jürgen Flimm, mit. Generalmusikdirektor Daniel Barenboim hatte Langhoff am Sonntag die Vorstellung von Mozarts Oper "Le nozze di Figaro" gewidmet, die Langhoff 1999 an der Staatsoper Unter den Linden inszeniert hatte. Langhoffs meisterhafte Inszenierung ist unter der Leitung von Barenboim auch am 22. und 26. Februar in der Staatsoper im Schiller Theater zu sehen.
"Langhoff stand in einer Tradition, die ein großes Maß an künstlerischem Können verlangt. Und die jetzt leider ausstirbt", schrieb Kollege Leander Haußmann in der Berliner "B.Z." (Montagausgabe). Langhoff sei auch ein lustiger Typ gewesen. "Ein Intellektueller, gepaart mit Berliner Kodderschnauze, sehr einfach, aufs Wesentliche konzentriert." Er werde ihn vermissen, betonte Haußmann.
Langhoff galt als einer der wichtigsten Regisseure des deutschen Bühnenbetriebs und als Meister des Realismus. Als Sohn des bedeutenden Theaterleiters Wolfgang Langhoff am 8. April 1938 in Zürich geboren, lebte er nach der Rückkehr der Familie aus der Schweizer Emigration in Ost-Berlin.
Nach einer Schauspieler-Ausbildung an der Theaterhochschule in Leipzig begann Langhoff seine Bühnenlaufbahn 1964 am Hans Otto Theater in Potsdam. Seit 1971 arbeitete Langhoff als Schauspieler und Regisseur beim Fernsehen. Zur Bühnenregie kehrte er Ende der 1970er Jahre am Berliner Maxim Gorki Theater zurück.
1991 übernahm Langhoff für zehn Jahre die Intendanz des finanziell angeschlagenen Deutschen Theaters in Berlin, an dem auch sein Vater von 1946 bis 1963 Direktor war. Langhoff führte Regie bei den Wiener Festwochen und an der Wiener Volksoper. Seit 2001 arbeitete er als regelmäßiger Gastregisseur am Bayerischen Staatsschauspiel.
dapd