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Lewitscharoff kritisiert Nominierung Hegemanns für Buchmesse-Preis

Plagiat und Verfälschung keine Kunstformen

Leipzig (ddp). Die Schriftstellerin Sybille Lewitscharoff hat die Nominierung der Nachwuchs-Autorin Helene Hegemann für den Preis der Leipziger Buchmesse 2010 kritisiert. Ein durch Plagiat entstandenes Werk wie der von Hegemann vorgelegte Roman "Axolotl Roadkill" beschädige den Preis, sagte sie am Dienstag im Rundfunksender MDR Figaro. Plagiat und Verfälschung seien keine Kunstformen, die man einfach hinnehmen könne. Lewitscharoff hatte im vergangenen Jahr den Preis der Leipziger Buchmesse für ihren Roman "Apostoloff" bekommen.

Die Autorin sagte weiter, durch eine solche Praxis verrohe die Ware Buch. Verkaufszahlen und der Rang auf einer Bestsellerliste dürften keine Kriterien für eine Nominierung sein.

Die 18-jährige Hegemann hatte sich für ihren Debütroman "Axolotl Roadkill" in Internetblogs bedient und die Quellen zunächst nur zum Teil kenntlich gemacht. Zahlreiche Schriftsteller, darunter Günter Grass, Christa Wolf und Erich Loest, veröffentlichten am Montag eine Leipziger Erklärung zum Schutz geistigen Eigentums. Darin heißt es: "Wenn ein Plagiat als preiswürdig erachtet wird, wenn geistiger Diebstahl und Verfälschungen als Kunst hingenommen werden, demonstriert diese Einstellung eine fahrlässige Akzeptanz von Rechtsverstößen im etablierten Literaturbetrieb".

(ddp)

 
erschienen am 16.03.2010
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