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Nachlass von Karl May weiter im Besitz von Bamberger Verleger

Einigung mit Freistaat weiter nicht in Sicht

Bamberg/Radebeul (dapd-lsc). Der Nachlass von Karl May ist nach Angaben der Familie weiterhin vollständig im Besitz des Bamberger Verlegers Lothar Schmid. Es seien zwar einige Hundert Bilder aus dem Verlagseigentum zur Finanzierung eines Schreibwettbewerbes versteigert worden, sagte Lothar Schmids Sohn Bernhard am Dienstag in Bamberg der Nachrichtenagentur dapd. Die nun verkauften Bilder stammten allerdings nicht aus dem Nachlass.

Die Familie reagierte damit auf einen Bericht der "Sächsischen Zeitung", wonach der Nachlass derzeit aufgelöst und einzeln verkauft werde. Nach den Angaben wurden in Berlin vor kurzem 500 Illustrationen auf einer Auktion versteigert.

Schmid sagte, es gebe nach wie vor Gespräche mit der sächsischen Landesregierung über den Verkauf des kompletten Karl-May-Archivs an den Freistaat. Anfang des Jahres habe es dazu ein Treffen mit einem Vertreter der Landesregierung gegeben. Dort sei ihm mitgeteilt worden, dass in Sachsen derzeit kein Geld für den Kauf zur Verfügung stünde.

Strittig ist der Wert der Sammlung. Der Freistaat hält demnach unter Berufung auf Experten 3,5 Millionen Euro für angemessen. Schmid bezweifelt dies. "Die Schätzung von der Landesregierung stimmt hinten und vorne nicht", sagte er. Ein von ihm beauftragter Gutachter habe den Wert auf 15 Millionen Euro beziffert. Eine Auflösung des Nachlasses und der Verkauf von Einzelposten seien jedoch derzeit in weiter Ferne.

Der in Radebeul geborene Lothar Schmid hatte 1951 in Bamberg von seinem Vater den Karl-May-Verlag übernommen. May, der vor allem mit der Winnetou-Saga berühmt wurde, lebte und starb in der "Villa Shatterhand" in Radebeul, wo sich heute das Karl-May-Museum befindet. Die Sammlung umfasst zehn handschriftlich verfasste Werkmanuskripte mit rund 10.000 Seiten, darunter "Winnetou IV", "Im Reich des silbernen Löwen" Band III und IV, Teile von "Old Surehand" sowie "Ardistan und Dschinnistan".

Außerdem sind Postkarten, Notizbücher, Reisepässe, Gedichte und musikalische Kompositionen enthalten. Schmid und der Freistaat versuchen seit Jahren erfolglos, sich auf einen Kaufpreis für den Nachlass zu einigen.

dapd

 
erschienen am 22.02.2011
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