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Neuer Intendant will lustvolles und engagiertes Theater in Weimar

Hasko Weber engagiert sich für engeren Kontakt zum Kunstfest

Weimar (dapd). Der neue Generalintendant am Deutschen Nationaltheater kommt erst im August 2013 nach Weimar. "Das Engagement von Hasko Weber in Stuttgart läuft noch bis Ende 2013, am 1. August 2013 wird er in Weimar das Ruder übernehmen", sagte Kultusminister Christoph Matschie (SPD) bei der Vorstellung Webers am Montag in Weimar. Der Spielplan bis 2013 wurde bereits vom Mitte 2012 scheidenden Intendanten Stefan Märki erarbeitet, Geschäftsführer Thomas Schmidt soll in der Übergangszeit die Fäden in der Hand behalten.

Aussagen über die künftige Ausrichtung wollte Weber noch nicht machen. Zunächst müsse er Stadt und Haus besser kennenlernen. "Die Situation, für die Arbeit in einem Drei-Sparten-Haus verantwortlich zu sein, ist mir neu, bedeutet aber eine ganz große Herausforderung", sagte Weber. Auch inhaltlich stelle Weimar mit seiner wechselhaften Geschichte hohe Ansprüche. "Ich möchte vor allem eine Vision für lustvolles und engagiertes Theater entwerfen", sagte Weber. Grundsätzlich sei es zudem wünschenswert, das Deutsche Nationaltheater (DNT) stärker ins internationale Bewusstsein zu rücken.

Den Wechsel nach Weimar habe er sich persönlich sehr gewünscht, sagte Weber. Es sei ein großer Vorteil, durch die Arbeit in Thüringen wieder auf "vertraute Verhältnisse" zu stoßen. Durch seine eigene Biografie habe er ein großes Verständnis für die Geschichte der Region und die Lebenswelt der Menschen. Nach Stationen in Chemnitz und Dresden in Sachsen ist Weber seit elf Jahren in Stuttgart tätig. Für ihn sei der Wechsel nach Weimar "ein wichtiger Schritt für die eigene Erdung", er selbst wünsche sich eine langfristige Zusammenarbeit mit dem DNT.

Vor allem die Kooperation mit dem Kunstfest müsse in Zukunft deutlich ausgebaut werden, sagte Weber. Auch eine bessere Zusammenarbeit mit den anderen Theatern in Thüringen sei begrüßenswert, besonders mit der Schauspiel-Sparte des Theaters in Erfurt. Einen Zusammenschluss mehrere Bereiche der beiden Spielstätten, den der Erfurter Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) zuletzt wieder ins Spiel gebracht hatte, lehnte Weber jedoch ab.

Matschie nannte es eine "Freude", dass es gelungen sei, einen so renommiertem Theatermacher nach Weimar zu holen. Die Entscheidung im Aufsichtsrat sei am Sonntag einstimmig gefallen. Weber werde vorerst mit einem Fünfjahresvertrag angestellt. Ob er nach 2013 auch die Leitung des Kunstfests übernehmen werde, ließen Matschie und Weber offen. Diese Frage müsse in den nächsten Monaten im Aufsichtsrat diskutiert werden. Weber zeigte sich dieser Idee aber nicht abgeneigt.

Matschie bekannte sich abermals dazu, das Haus auch künftig mit den drei Schwerpunkten Oper, Schauspiel und Staatskapelle auch in den kommende Jahren zu erhalten.

dapd

 
erschienen am 23.01.2012
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