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Schau zeigt erstmals wieder Hauptwerke der Folkwang-Sammlung

Erste Sonderausstellung nach Eröffnung des Neubaus

Essen (ddp-nrw). In seiner ersten Sonderausstellung nach der Eröffnung des Neubaus widmet sich das Essener Museum Folkwang seiner eigenen Geschichte. In der am Samstag (20. März) beginnenden Schau mit dem Titel "´Das schönste Museum der Welt´ - Museum Folkwang bis 1933" zeigt das Haus erstmals seit 70 Jahren wieder Werke, die von den Nationalsozialisten 1937 beschlagnahmt und als "entartete Kunst" verkauft wurden.

Die bis zum 25. Juli dauernde Schau präsentiert rund 350 Gemälde, Skulpturen sowie Objekte alter und außereuropäischer Kulturen - darunter auch Arbeiten von Chagall, Kandinsky, Kirchner, Marc und Beckmann. Die meisten Werke zählen den Angaben zufolge zu Höhepunkten der öffentlichen und privaten Sammlungen, denen sie heute gehören.

Die Ausstellung ist ein Programmpunkt des Kulturhauptstadt-Jahres. "Es ist ein kaum zu beschreibender Moment, die großartige Sammlung, die Karl Ernst Osthaus 1902 in Hagen begründete und Ernst Gosebruch in Essen weiterführte, in ihrem alten Glanz im Neubau von David Chipperfield zu präsentieren. Ein Traum geht in Erfüllung, der es uns erlaubt, auf die große Vergangenheit von Folkwang zu blicken und gleichzeitig neue Perspektiven für die Zukunft des Museums zu entwickeln", sagte Direktor Hartwig Fischer.

Gezeigt werden bedeutende Werke des Expressionismus, der Neuen Sachlichkeit und der frühen abstrakten Malerei. Auch das Bild "Die roten Pferde" von Franz Marc aus dem Jahr 1911 wird präsentiert. Das Bild sei das "Aushängeschild" für die in Essen vor dem Nationalsozialismus zusammengetragenen Arbeiten, erklärte Direktor Fischer. Der Gastkurator Uwe M. Schneede unterstrich die Tatsache, dass diese Ausstellung so nur in Essen möglich sei, weil sie nach der Eröffnung des Neubaus zeige, wofür das Museen stehe. Hier sei die "Einheit von Ort und Geschichte gegeben", sagte der frühere Direktor der Hamburger Kunsthalle.

Zu den erwarteten Besucherzahlen wollte Fischer keine Prognose abgeben. Allerdings gehe er von einem großen Publikumsinteresse aus, seien doch schon 2500 Führungen für die Ausstellung gebucht. Groß war in jedem Fall am Donnerstag das Interesse der Presse. So viele Medienvertreter waren erschienen, dass die Pressekonferenz auch in den Bereich vor dem Saal übertragen wurde.

NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) erklärte zur Eröffnung der Schau am Donnerstagabend, dass die Ausstellung in Essen "einzigartig" sei, weil sie auf "eindringliche Art und Weise" deutlich mache, was nach 1933 aufgrund der Nazi-Barbarei verloren gegangen sei. Am Freitag ist die Schau zunächst für Mitglieder des Kunstrings Folkwang sowie des Folkwang-Museumsvereins zugänglich. Als Publikumsschau ist sie ab Samstag zu sehen.

Die Ausstellung ist dienstags bis sonntags von 10.00 bis 20.00 Uhr geöffnet, am Freitag können die Besucher bis Mitternacht bleiben. Der Eintritt für einen Erwachsenen kostet werktags zehn und am Wochenende sowie an Feiertagen zwölf Euro.

(dasschoenstemuseumderwelt.de)

(ddp)

 
erschienen am 18.03.2010
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