Foto: ddp

Thielemann verlässt Münchner Philharmoniker mit Mahler-Schwerpunkt

97 Konzerte in München und Tournee in Südamerika

München (ddp-bay). Mit einem Schwerpunkt von Werken Gustav Mahlers beendet der Münchner Generalmusikdirektor Christian Thielemann sein Engagement in der bayerischen Landeshauptstadt. Fast auf den Tag genau 100 Jahre nach der Uraufführung von Mahlers 8. Symphonie ("Symphonie der Tausend") interpretiert Thielemann das monumentale Werk am 15. und 17. Oktober dieses Jahres mit den Münchner Philharmonikern. Am Ende der Saison beendet er sein Engagement nach einem heftigen Kompetenzstreit und geht als Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle nach Dresden.

"Mein Verhältnis zu Mahler ist etwas gespalten", sagte Thielemann am Freitag bei der Vorstellung der Saison 2010/2011 in München. Zu einem guten Mahler-Interpreten gehöre die Fähigkeit, sich zurückzunehmen, eine gewisse Noblesse. "Das gelingt mir noch nicht in dem Maße." Es sei nicht leicht, Mahlers Klangfluten zu bändigen, bekannte der Generalmusikdirektor (GMD). "Wenn Sie da eins draufsetzen, wird es nicht besser."

Unter seiner Leitung werden ausgewählte Lieder aus Mahlers Zyklus "Des Knaben Wunderhorn", die Rückert-Lieder sowie das Adagio aus der unvollendeten 10. Symphonie gespielt. Der Schwerpunkt zu Mahlers 150. Geburtstag am 7. Juli 2010 läuft bis 2012.

Die Philharmoniker gelten als berufenes Mahler-Orchester. Neben der "Symphonie der Tausend" hatte der Klangkörper unter Mahlers Leitung auch seine 4. Symphonie uraufgeführt, außerdem, unter Bruno Walter, "Das Lied von der Erde".

Thielemann lobte das Orchester, das mittlerweile "sehr gut aufgestellt" sei. Jetzt zeige sich, dass die gemeinsame Arbeit der vergangenen sechs Jahre Früchte trage. Allerdings machte der Künstler keinen Hehl daraus, dass der monatelange Streit im Sommer 2009 Verletzungen hinterlassen habe. Er rechtfertigte erneut seine Überzeugung, dass das klassische und romantische Kernrepertoire zunächst in die Hand des Generalmusikdirektors gehöre. Wenn man einen unverwechselbaren Orchesterklang wolle, müsse das Orchester von einer Hand geprägt werden, "nicht von zwei oder drei". Diese Prägung sei ein langer Prozess. Der Streit um eine mögliche Verlängerung von Thielemanns Vertrag über 2011 hinaus hatte sich unter anderem an der Frage entzündet, welche Gastdirigenten neben dem GMD Zugriff auf das Kernrepertoire haben sollen und wer darüber zu entscheiden hat.

In der kommenden Saison werden die Münchner Philharmoniker in München insgesamt 97 Konzerte geben. Auf Reisen nach Amsterdam, Brüssel, Hamburg und Baden-Baden sollen auch Symphonien von Johannes Brahms präsentiert werden. Zubin Mehta, Ehrendirigent der Philharmoniker, begleitet das Orchester auf eine Südamerika-Tournee.

Als Besonderheit präsentieren die Philharmoniker in der nächsten Saison das Musical "Candide" von Leonard Bernstein. Der in Sibirien wirkende und als "Wunder von Novosibirsk" bejubelte griechische Shootingstar Teodor Currentzis präsentiert mit dem Orchester Werke von Alfred Schnittke bis Ottorino Respighi. Zu den namhaften Solisten der neuen Saison zählen die Sängerinnen Renée Fleming und Christine Schäfer, der Geiger Gidon Kremer sowie die Pianistin Hélène Grimaud und der Pianist Radu Lupu.

(mphil.de)

(ddp)

 
erschienen am 12.03.2010
© Copyright dapd Nachrichtenagentur GmbH
 
Kommentare
0
(Anmeldung erforderlich)

 
 
 
Artikel weiter empfehlen
per E-Mail per Bookmark
 
Facebook Teilen   Twittern  
 
Videos
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Content Partner

OA ist ein Online-PR & Social Media News Portal für effiziente Öffentlichkeits- und Pressearbeit.