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Überblick im Bücherregal

Software macht die private Katalogisierung einfacher

Leipzig (ddp-bwb). Auf der Leipziger Buchmesse geht es nicht nur um Neuerscheinungen, Autoren und Verlagsprogramme, sondern auch um den ganz persönlichen Umgang des Lesers mit seinen literarischen Schätzen. Wie können Bücher-Fans zum Beispiel einen systematischen Überblick über ihre private Sammlung erhalten? Mit dieser Frage hat sich Diplom-Bibliothekarin Angela Haasis aus Stuttgart auseinander gesetzt und eine entsprechende Software entwickelt, die sie in Halle 4 an einem kleinen Stand präsentiert.

Die Leidenschaft für Schriftstücke aller Art hat im Leben der 31-Jährigen schon immer eine große Rolle gespielt. Nach dem Abitur studierte sie Öffentliches Bibliothekswesen an der damaligen Hochschule für Bibliotheks- und Informationswesen (HBI) in Stuttgart, arbeitete anschließend als Beraterin für Dokumenten-Management. Die Idee für ihr deutschlandweit einzigartiges Produkt kam ihr mehr oder weniger zufällig: "Ich wollte irgendwann unsere eigenen Bücher ordnen, das sind rund 2000 Stück", erzählt Angela Haasis. "Dabei fiel mir auf, dass es für den privaten Bereich keine Möglichkeit gibt, Bücher systematisch thematisch zu verwalten." Das wollte sie ändern.

Gesagt, getan: Vom Bock + Herchen Verlag kaufte die junge Unternehmerin die Rechte zur Nutzung der Allgemeinen Systematik für Öffentliche Bibliotheken (ASB), die in Deutschland am weitesten verbreitet ist. Basierend auf dieser Systematik entwickelte sie gemeinsam mit ihrem Vater eine Software, die nun auch Privatpersonen die thematische Verwaltung von Büchern, Schallplatten, CD und Videos erlaubt. Es gibt zwei Versionen, die kleinere kostet 25 Euro, die größere 170 Euro. Bestellen kann man sie per Telefon, Fax oder Internet, von ihrem Home-Office aus regelt Angela Haasis den Versand. Sie fährt auch zu ihren Kunden, sieht sich deren Bestand an und berät sie umfassend.

2008 stellte Angela Haasis ihr Produkt, das sie nach ihrem Mädchennamen Ludwigs Privatbibliothek genannt hat, bei der Leipziger Buchmesse zum ersten Mal vor. "Ich habe mich ganz bewusst für die Leipziger Buchmesse entschieden, weil unsere Software sich an Privatpersonen richtet und Leipzig sehr kundenorientiert ist", erklärt sie. Im ersten Jahr seien die Besucher eher zufällig auf ihren Stand aufmerksam geworden, inzwischen kommen viele ganz gezielt. "Sie werden durchs Internet auf unser Produkt aufmerksam und lassen sich dann auf der Messe beraten." Rund 50 Prozent des Jahresgeschäfts ergeben sich aus Kontakten, die Angela Haasis in Leipzig geknüpft hat.

In diesem Jahr betreut sie den Stand zum ersten Mal nicht allein. "Ich bin Mutter geworden", erzählt sie stolz. "Unser Sohn Kelvin ist mit einem Jahr leider noch zu klein für die Messe." Deshalb hat ihr Mann Florian, der als Unternehmensberater tätig ist, sich zwei Tage frei genommen, Mutter und Vater wechseln sich am Stand ab. "Er kennt sich mit dem Produkt natürlich genauso gut aus wie ich", sagt sie und erklärt: "Als Ein-Frau-Betrieb und Mutter muss man eben flexibel sein."

(ddp)

 
erschienen am 19.03.2010
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