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Wenders findet Auszeichnungen "anstrengend"

Überreichung des Bayerischen Filmpreises am Freitag

München (dapd). Regisseur Wim Wenders findet Auszeichnungen angenehm und zugleich anstrengend. "Man darf nicht darauf hereinfallen. Man ist kein besserer Regisseur und schon gar kein besserer Mensch, wenn man einen Preis bekommt. Es ändert sich nichts", sagte der 66-Jährige der Nachrichtenagentur dapd. "Nur für das, was man da gemacht hat, ändert sich vielleicht etwas, und vielleicht auch für all die Menschen, mit denen man das gemacht hat." Bei der Preisübergabe werde meistens erwartet, "dass man sich selbst geehrt und irgendwie besser fühlt". So gerate es letztlich schnell zur Heuchelei.

Im Fall dieses Bayerischen Filmpreises, den er am Freitag für sein Gesamtwerk erhält, müsse er sich nun aber ernstlich damit auseinandersetzen, dass wirklich er selbst gemeint sei und es nicht auf etwas schieben könne. "Ich komme jetzt also in das Alter, wo man auf ein ganzes Werk zurückverweist." Damit müsse er noch klarkommen.

Auf die Bekanntgabe der Oscar-Nominierungen sei er "irre gespannt", sagte Wenders, fügte aber hinzu: "Wissen Sie noch, welche Filme voriges Jahr oder vor zwei Jahren, den Oscar bekommen haben?" Das werde alles so wichtig genommen. "Aber kaum ist es vorbei, ist es Schnee von gestern..." Wenn am Dienstag die Oscar-Nominierungen verkündet werden, könnte Wenders mit seiner 3D-Tanzproduktion "Pina" in den Kategorien bester ausländischer Film und bester Dokumentarfilm vertreten sein.

Bei der 3D-Technologie will der Regisseur bleiben: "Der Schritt von einer zweidimensionalen Leinwand zu einer dreidimensionalen ist so ein gewaltiger Fortschritt im Kino, dass ich unbedingt dabei sein will, wenn diese neue Sprache in Dokumentarfilme und Spielfilme übersetzt wird." Bislang sei sie praktisch nur in Blockbustern verwendet worden, "aber da kann sie kaum zeigen, was sie kann". 3D sei eine "fantastische" neue Art und Weise, unseren Planeten zu zeigen und zu sehen: "Und da haben wir bislang nur an der Oberfläche gekratzt." Seinen nächsten Film will Wenders in Kanada drehen: "Eine Familiengeschichte, die über zwölf Jahre spielt."

dapd

 
erschienen am 19.01.2012
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