Foto: ddp

Zehrend von den Kriegserfahrungen

Nagel-Kunst Günther Ueckers hat autobiografische Züge

Osnabrück (ddp). Der Maler und Objektkünstler Günther Uecker sieht die Gründe für seine Vorliebe zu Nagelobjekten in seinen Kriegserfahrungen. "Als die Sowjetarmee am Ende des Zweiten Weltkrieges kam, habe ich unser Haus zugenagelt, aus Angst vor dem, was mit meinen Schwestern und meiner Mutter geschehen könnte", sagte Uecker der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstagausgabe). Der aus Mecklenburg stammende Künstler feiert am Samstag (13. März) seinen 80. Geburtstag.

Seine Werke seien stets auch von seiner Herkunft geprägt gewesen, sagte Uecker weiter. Als Deutscher habe er das Bewusstsein gehabt, Schulderbe zu sein: "Ich habe nicht wie viele andere verdrängt, sondern nach den Ursachen des menschenverachtenden Verhaltens gefragt und nach Wegen gesucht, das zu verhindern, auch mit den Mitteln der Kunst." Kunst könne den Menschen nicht retten, mit ihren Mitteln sei aber ein Dialog möglich, der zum bewahrenden Handeln aufrufe, sagte Uecker. Seine Nagelobjekte seien für ihn selbst weniger Markenzeichen als für andere Menschen. "Die Betrachter brauchen ein Wiedererkennungsmoment in der Flut der optischen Eindrücke, der Menschen heute ausgesetzt sind."

Mit großer Skepsis betrachtet der Maler die Preisexplosion für Kunstwerke. "Ich nehme das schmerzhaft wahr." Die Wertigkeit von Werken resultiere nicht aus dem Bestreben des Künstlers. "Man kann ja nicht sagen, dass der Künstler ein Werk herstellt in dem Bestreben, dass es am Ende einen Geldwert hat", sagte Uecker.

(ddp)

 
erschienen am 12.03.2010
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