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Brandopfer legte Feuer in Psychiatrie in Wiesloch selbst

Mann zündete eigenes Bett mit Feuerzeug an - Kriminalpolizei ermittelt

Wiesloch (dapd). Der Brand in einer Psychiatrie in Wiesloch (Rhein-Neckar-Kreis) ist von dem Patienten gelegt worden, der bei dem Feuer getötet wurde. Im Brandschutt seien die Reste eines Einwegfeuerzeuges gefunden worden, mit dem der auf dem Bett fixierte Mann das Bettzeug entzündet habe, teilte die Polizei in Heidelberg mit. Dritte Personen hätten zum Zeitpunkt des Vorfalls keinen Zugang zu dem bewachten Zimmer gehabt.

Das Psychiatrische Zentrum Nordbaden (PZN) teilte mit, es sei unklar, wie der Patient in den Besitz eines Feuerzeugs habe kommen können. Dies sei Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen.

Bei dem Brand in der Aufnahmestation des PZN war der 51 Jahre alte Mann am Dienstag ums Leben gekommen. 15 Patienten und Pfleger wurden verletzt. Zur Klärung der genauen Todesursache hat die Staatsanwaltschaft Heidelberg eine Obduktion angeordnet.

Die betroffene Station ist den Angaben zufolge eine geschlossene, allgemeinpsychiatrische Station der Intensivbehandlung. Dort werden laut PZN akut oder schwer psychisch kranke Menschen versorgt, bei denen ein Selbst- oder Fremdgefährdungspotenzial nicht ausgeschlossen werden kann. Neuen Patienten würden bei ihrer Aufnahme standardmäßig gefährliche Gegenstände einschließlich Feuerzeuge abgenommen.

Der 51-Jährige war laut Polizei in der Nacht zum Dienstag zunächst wegen Störung der Totenruhe von der Polizei festgenommen und anschließend ins PZN eingeliefert worden. Bei ihm hätten sich bei den Ermittlungen Anhaltspunkte ergeben hatten, dass er psychisch krank sei.

Der Mann hatte bei der Polizei eingeräumt, auf dem jüdischen Friedhof in Wiesloch die Totenruhe gestört zu haben, indem vor der dortigen Gedenkstätte Bücher entzündete. Ein politischer Hintergrund bei diesen Taten scheidet laut Polizei aus. Die Motivation sei eher in einem "religiös bedingten Krankheitsbild" zu vermuten. Das PZN besteht aus einem Krankenhaus sowie einem abgeschlossenen forensischen Teil, in dem auch Straftäter untergebracht sind.

Das Psychiatrische Zentrum kommt nicht aus den Schlagzeilen. Im Mai 2011 war ein wegen Mordes und Vergewaltigung von Taxifahrerinnen am Bodensee verurteilter Mann aus dem Hochsicherheitstrakt ausgebrochen. Ende Dezember 2011 floh ein Sexualstraftäter aus dem Maßregelvollzug. Das PZN versäumte es, das Sozialministerium zu informieren und ließ zunächst mitteilten, von dem Mann gehe keine Gefahr aus. Später stellte sich heraus, dass er auf der Flucht versucht hatte, zwei Frauen zu vergewaltigen.

dapd

 
erschienen am 01.02.2012
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