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Foto: Bogdan Dumitru/Fotolia

Neu vertontes Kinderlied der Randfichten regt Tierschützer auf

Brutalität durchzieht viele Verse

Von Grit Strietzel
erschienen am 04.02.2012

Ein kleines Insekt sorgt derzeit mächtig für Wirbel. Denn der Fliege - besungen von den Randfichten auf ihrer neuen CD - sollen vier ihrer sechs Beine herausgerissen werden.

"Du kleine Fliege, wenn ich dich kriege, reiß ich dir ein, zwei, drei, vier Beine aus ..."

Frei nach dem bekannten Kinderlied hat das erzgebirgische Trio den Ohrwurm vertont und in gewohntem Schunkel-Takt eingespielt. Tierschützer sehen darin die Aufforderung zur Tierquälerei und schlagen (für die Randfichten werbewirksamen) Alarm. Eine Analyse von Kinderliedern zeigt aber, Brutalität durchzieht viele Verse:

"Hoppe, hoppe Reiter, wenn er fällt, dann schreit er. Fällt er in den Graben, fressen ihn die Raben ..."

Keine schöne Vorstellung, von den Vögeln zerhackt zu werden. Kinderschutzorganisationen sahen aber bislang in dem Text keinen Grund, aktiv zu werden. Und auch bei "Fuchs, du hast die Gans gestohlen", gab es kaum Proteste, trotz der seit fast 200 Jahren gesungenen, blutigen Ankündigung:

"Seine große, lange Flinte schießt auf dich das Schrot, schießt auf dich das Schrot, dass dich färbt die rote Tinte und dann bist du tot ..."

Im Internet-Gästebuch der Randfichten setzt die Debatte über die Fliege zu einem wahren Höhenflug an. Viele Fans sehen darin nur einen harmlosen Spaß, andere haben Mitleid. Der Song landete indes auf Platz 5 der volkstümlichen Hitparade Sachsen des MDR - nicht mehr weit entfernt von den Spitzenreitern, den Kastelruther Spatzen.

Angesicht dieser beschützenden Aufmerksamkeit mag manch anderes Tier traurig aus der Wäsche schauen, denn es wird seit Jahren gesanglich ermordet, ohne dass ein Hahn danach kräht:

"Ein Mops kam in die Küche und stahl dem Koch ein Ei, da nahm der Koch die Kelle und schlug den Mops zu Brei ..."

Dass solche Reime in der Vergangenheit tatsächlich zu mehr Attacken auf tierische Mehrbeiner führten, ist bislang allerdings nicht bekannt.

 

 
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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Kommentare
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Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
  • 07.02.2012
    10:09 Uhr

    Baron: Liebe Freunde von der PETA ,
    bitte sorgt für die Verbrennung von Bücher der Gebrüder Grimm, diese sind nicht nur voll von Tierquälerein nein nach wie vor werden ihre Märchen nachdem sie gelesen wurden weitererzählt ein unhaltbarer Zustand. Millionen von Kindern und Jugendlichen wurde über Generationen dadurch jede Achtung vor jeglicher Kreatur genommen. Bereits vor Jahren konntet ihr feststellen, das Angler potentielle Mörder sind und Recht habt Ihr ich könnte mir vorstellen dass zum Beispiel einer aus dem Zwickauer Trio als Kind mal angeln war. Ihr habt da aber sicher genauere Kenntnisse.

    Ähnlich verhält es sich ja beim Leder.

    Macht bitte einen Gesetzesvorschlag dass Sagen und Mythen der Völker dieser Welt verboten gehören in den Tiere gequält werden, davon gibt es z. B. besonders im Harz sehr viele davon.

    Wir müssen als Gesellschaft endlich die Herrschaft der Tiere über den Menschen anerkennen.

    Nachdem Bücher verbrannt, Filme den Flammen übergeben und anderes getan ist bleibt nur noch der weltweite kollektive Selbstmord der Menschheit und schon kann kein Tier in seiner Entwicklung mehr gestört werden. Dann habt ihr Euer Ziel endlich erreicht.

    Im Übrigen gibt es tierverachtende Texte schon in der Bibel.

    Und jetzt Nahallermarsch

    Nein, mal in Ernst Tierquälerei wird auch von mir auf das schärfste verurteilt, aber hier schießt ihr mal wieder über das Ziel hinaus, ich wünsche Euch einen Moment des Nachdenkens.

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  • 05.02.2012
    11:45 Uhr

    ultoranimalium: Es geht nicht darum, alte Reime zu verteufeln, sondern darum, daß die Randfichten den Spruch nicht in ihr Lied aufnehmen sollten. Als Kind nimmt man die Grausamkeiten der Lieder, Reime und Märchen gar nicht wahr, hoffe ich mal, jedenfalls war es bei mir u. vielen anderen so. Man betrachtet als Kind die Märchen u. Sprüche jedenfalls nicht als Aufforderung, die Grausamkeit auch zu tun. Als Jugendlicher u. Erwachsener aber, wenn man dergleichen im Lied hört - und da hört man bewußt hin - führt das zu noch mehr Verrohung im Gedankengut des Hörers und nimmt das fröhlich als Aufforderung zur Tierquälerei - bei den Leuten, die vielleicht nie Märchen gelesen haben, die keine Moral und keine Achtung vor dem Leben anderer, der Tiere und der Natur von ihren Eltern gelernt haben und gefühllose Krüppel sind.

    Solche Sprüche, genau wie der Müll Dschungelcamp (noch nie gesehen), wie die generelle Tierfeindlichkeit unserer Sprache führen zur Gewalt gegen die Tiere, und davon gibt es weiß gott genug zu jeder Stunde an jedem Ort der Welt. Da brauchen wir den Blödsinn der Randfichten nicht auch noch, die ich abgesehen davon sehr gern höre.

    Ihr Artikel geht also am Thema vorbei. Die Tierfeindlichkeit unserer Sprache ist exorbitant: dumme Kuh, dreckiges Schwein (dabei ist das Schwein höchst sauber wie jedes Tier), leiden wie ein Hund, schuften wie ein Pferd, sie wurden wie die Tiere behandelt - als ob man Tiere SO behandeln dürfe!!!!! Die schlimmeren fallen mir natürlich nicht ein, s. aber die o. g. Sprüche.

    Wären wir humanistisch erzogen, gäbe es keine Tierquälerei, keine Circusse, keine Pferderennen, keinen Fleischfraß, kein Angeln, keine Jagd, den Lug und Trug und das Schwerstverbrechen Tier"versuch" nicht usw. usw...

    Es gäbe all die Schwerverbrechen an den Tieren nicht, die die gleichen Empfindungen, Bedürfnisse, sozialen Bedürfnisse usw. wie wir haben. Eine Schande, wie die Menschheit die Tiere mißhandelt, versklavt, quält, frißt, foltert, mißbraucht und das auch noch sexuell. Eine Kulturschande ohne Worte. Auch noch verboten im Namen der Religion!!!

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