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Spendenbereitschaft der Deutschen lässt etwas nach

Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen verzeichnet Rückgang um 1,3 Prozent

Berlin (dapd). Die Deutschen haben im ersten Halbjahr 2011 weniger Geld gespendet als im ersten Halbjahr 2010. Einen Rückgang von 1,3 Prozent registrierte das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) bei den Spendeneinnahmen der 30 im DZI Spenden-Index erfassten Organisationen. Dabei handelt es sich um den sogenannten katastrophenbereinigten Wert, bei dem besondere Spendenaktionen - wie zum Beispiel für die Menschen in Japan im Frühjahr dieses Jahres - herausgerechnet werden, wie das DZI am Montag mitteilte.

Einschließlich der Sonderspenden sanken die Einnahmen in den ersten sechs Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 627 auf 508 Millionen Euro. Das entspricht einem Rückgang von 19 Prozent.

Für das ganze Jahr 2011 prognostiziert das DZI, ausgehend von Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), ein Spendenaufkommen von 5,9 Milliarden Euro. 2010 waren es 6,1 Milliarden Euro. In diesen Betrag fließen nicht nur alle Spenden an die 30 im DZI Spenden-Index erfassten Organisationen - die beinahe deckungsgleich mit den 30 größten Hilfsorganisationen sind - ein, sondern alle in Deutschland geleisteten Spenden.

Als mögliche Gründe für den sich abzeichnenden Rückgang führt der Geschäftsführer und wissenschaftliche Leiter des DZI, Burkhard Wilke, die Verunsicherung wegen der Euro-Krise und die schlechteren Konjunkturaussichten an. Allerdings waren die Deutschen 2010 auch außergewöhnlich spendabel. Unter anderem gaben sie 230 Millionen Euro für die Opfer des Erdbebens in Haiti und 200 Millionen Euro für die Flutopfer in Pakistan.

Auch 2011 wurden jedoch große Beträge zusätzlich zum üblichen Volumen gespendet. Für die vom Erdbeben, dem Tsunami und der Atomkatastrophe betroffenen Menschen in Japan spendeten die Deutschen 72 Millionen Euro und für die Hungerkatastrophe in Ostafrika bisher 170 Millionen Euro.

dapd

 
erschienen am 19.12.2011
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