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Unterwasser-Suche in "Costa Concordia"-Wrack wird eingestellt

Gefahr für Rettungshelfer zu groß - Sechstes deutsches Todesopfer identifiziert

Giglio (dapd). Gut zweieinhalb Wochen nach der Havarie der "Costa Concordia" vor der italienischen Küste wird die Suche nach Vermissten im unter Wasser stehenden Teil des Kreuzfahrtschiffs eingestellt. Die Gefahr für die Rettungshelfer sei zu groß, begründete der italienische Zivilschutz am Dienstag die Entscheidung. Technische Studien hätten nahegelegt, dass mit dem deformierten Rumpf des Schiffs zu viele Sicherheitsrisiken verbunden seien, um die Suche darin fortzusetzen. Angehörige der Vermissten und diplomatische Vertreter seien über die Entscheidung, die Suche einzustellen, informiert worden, hieß es.

Die Suche nach Vermissten werde dennoch wo möglich fortgesetzt, betonte eine Sprecherin des Zivilschutzes, Francesca Maffini. So werde in dem über Wasser stehenden Teil des Kreuzfahrtschiffes, in den Gewässern um das Wrack sowie entlang der nahegelegenen Küste nach den Vermissten gesucht.

Die "Costa Concordia" war am 13. Januar vor der italienischen Insel Giglio auf Grund gelaufen. Bislang wurden 17 Leichen geborgen, 16 Menschen gelten noch als vermisst. Inzwischen wurde ein sechstes deutsches Todesopfer identifiziert. Wie die Polizeidirektion Biberach am Dienstag mitteilte, handelt sich um eine 66-jährige Frau aus dem Landkreis Biberach. Damit gelten nach Angaben des Auswärtigen Amtes noch sechs Deutsche als vermisst.

Unterdessen versuchen die italienischen Behörden, eine Umweltkatastrophe vor Giglio zu verhindern. Im havarierten Kreuzfahrtschiff befinden sich rund 2.400 Tonnen Schweröl und andere Schadstoffe. Die Sorge wächst, dass diese Schadstoffe ins Meer gelangen und schwere Umweltschäden verursachen könnten. Das Gebiet, in dem das havarierte Schiff liegt, ist ein Naturschutzgebiet für unter anderen Delfine und Wale.

Der Chef des italienischen Zivilschutzes, Franco Gabrielli, sagte, nach der Vergabe eines entsprechenden Auftrags könnte es bis zu zehn Monate in Anspruch nehmen, um das 290 Meter lange Schiffswrack aus dem Meer zu entfernen. Die Arbeiten dazu können erst beginnen, nachdem der Treibstoff aus dem Schiff vollständig abgepumpt wurde. Allein dieser Prozess könnte einen Monat dauern.

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erschienen am 31.01.2012
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