Schwarzenberger Zeitung
Zweiter Geschäftsführer soll helfen
Insolvenzverfahren über SKM Fertigungstechnik eröffnet - Produktion läuft weiter
Mit Unterstützung eines Sanierungsexperten will Michael Menge die SKM Fertigungstechnik Schwarzenberg aus der Krise steuern.
Schwarzenberg. Michael Menge sieht wieder Licht am Ende des Tunnels. Für seine im Zuge der Wirtschaftskrise in Finanznot geratene SKM Fertigungstechnik GmbH in Schwarzenberg ist zu Beginn des Monats das Insolvenzverfahren eröffnet worden. Allerdings darf sich der Maschinenbauer im Industrie- und Gewerbegebiet Neuwelt weiter selbst verwalten und damit operative Entscheidungen selbstständig treffen.
"Vor uns steht eine große Aufgabe", sagt Menge, "aber der Plan für dieses Jahr steht, um die Sanierung aus eigener Kraft zu schaffen". Zum Sachverwalter hat das Amtsgericht Chemnitz den vorläufigen Insolvenzverwalter Rüdiger Wienberg bestellt.
Der Chemnitzer Rechtsanwalt, der den Geschäftsbetrieb der SKM seit knapp drei Monaten unverändert fortführt, sieht gute Chancen, das Unternehmen im Rahmen eines so genannten Insolvenzplanverfahrens zu sanieren: "Die Wiederherstellung und Sicherung der Ertrags- und Finanzkraft konnte bereits im Wesentlichen abgeschlossen werden. Die Arbeitnehmer stehen hinter dem Unternehmen, sie sind hoch qualifiziert und motiviert." Die Hauptgläubigerin, die Kreissparkasse Aue-Schwarzenberg unterstütze die Sanierungsbemühungen ebenfalls.
Auch Geschäftsführer Menge ist zuversichtlich, die 1991 gegründete Firma mithilfe des ihm zur Seite gestellten zweiten Geschäftsführers über die Auftragsflaute retten zu können. Der Dresdner Rechtsanwalt Albert Wolff war selbst viele Jahre als Insolvenzverwalter tätig und gilt als Sanierungsexperte. "Er kümmert sich sehr intensiv", sagt Menge. "Und die Aufgaben sind klar verteilt: Ich übernehme die operativen Aufgaben, Herr Wolff die insolvenzspezifischen."
Ohne schmerzliche Einschnitte ist die Sanierung jedoch nicht zu haben. Im Zuge des Rettungskonzeptes wurde die Mitarbeiterzahl auf rund 40 halbiert. An dieser Mannschaft will Menge festhalten, wobei er auch auf die Entlastung durch Kurzarbeit setzt. Außerdem werden in der Halle derzeit viele Maschinen verrückt, um die Abläufe bei der Produktion spezieller Maschinenbauteile effizienter zu gestalten.
"Unser Ziel ist es, stark verkleinert weiterzumachen und das Unternehmen noch dieses Jahr aus der Krise zu führen", blickt Menge optimistisch in die Zukunft. Sein größter Trumpf auf diesem Weg: Alle Kunden haben nach Unternehmensangaben zur Stange gehalten, und auch bei den Auftragseingängen gehe es langsam wieder aufwärts. "Darauf bauen wir auf."
Von Susann Oertel
Erschienen am 08.02.2010
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