Werdauer Zeitung

Abriss der Zweiga-Brache soll noch 2009 beginnen

Verhandlungen der Gemeinde mit den Gläubigern kurz vor dem Abschluss


Ansicht der Brache im Fraureuther Ortsteil Ruppertsgrün.

Foto: Michel

Fraureuth. Noch in diesem Jahr könnte mit dem Abriss der Brache der ehemaligen Zweiga an der Ferdinand-Puchert-Straße begonnen werden. Das ist das Ergebnis einer Zusammenkunft, zu der der Bürgermeister von Fraureuth, Matthias Topitsch (CDU), alle beteiligten Partner eingeladen hatte. Diese berieten vor Ort, wie die Ruine verschwinden kann. Das knapp 29.000 Quadratmeter große Gelände gehört der Ruppertsgrüner Spinnerei GmbH. Diese hatte 2002 Insolvenz angemeldet. Das Verfahren wurde kurze Zeit später mangels Masse eingestellt. Die beiden Gläubiger, die Sparkasse Zwickau und die Deutsche Kreditbank Berlin, blieben auf ihren Forderungen sitzen. Seitdem verfällt der markante Komplex am Ortseingang aus Richtung Werdau immer mehr.

Nach den Worten von Bürgermeister Topitsch ist auch die Sparkasse an einer schnellen Lösung des Problems interessiert und hat Bereitschaft signalisiert, auf einen Teil ihrer noch offenen Forderungen zu verzichten. Derzeit verhandle man außerdem noch mit dem Kreditinstitut über eine Aufnahme der Gemeinde ins Grundbuch. Damit könnte Fraureuth bei einem Abriss als Miteigentümer auch Fördermittel beantragen. Nach Topitschs Worten würden sich die Kosten für die Beseitigung des Schandfleckes auf rund 1,5 Millionen Euro belaufen. Einen Betrag, den die Kommune nicht aus eigener Kraft aufbringen könne.

Hausaufgaben für Fraureuth

Allerdings muss die Gemeinde auch noch einige Hausaufgaben machen, um in den Genuss der 90-prozentigen Förderung zu kommen. Dazu gehört beispielsweise die Suche nach mindestens zwei Investoren, die sich nach erfolgtem Abriss auf dem Gelände niederlassen. Die hat die Gemeinde bisher noch nicht vorzuweisen, aber auch noch nicht intensiv danach gesucht. Topitsch zeigt sich optimistisch, Interessenten für die Fläche zu finden, die viermal so groß wie ein Fußballfeld ist. Der Vorteil: Das Gelände liegt an einem Abschnitt der Westtrasse, der als nächstes in Angriff genommen werden soll.

Unmittelbar nach der Anschlussstelle an der Greizer Straße ist der Bau einer Brücke geplant, die parallel zu der bestehenden Eisenbahnbrücke errichtet werden soll. Für die Realisierung des Vorhabens wäre nur ein Teilabriss der Brache notwendig. Die Kosten würde das Straßenbauamt Chemnitz tragen, unter dessen Regie der Abschnitt der Westtrasse auf Fraureuther Flur errichtet wird. Dem Teilabriss der Zweiga will Topitsch jedoch zuvorkommen. Er befürchtet, dass der Rest der Brachen sonst stehen bleiben würde.

Werdau, der lachende Dritte

Egal, wie die Verhandlungen ausgehen, der lachende Dritte wäre die Stadt Werdau. Die hält sich derzeit aus den Gesprächen raus und verfolgt die Diskussionen stillschweigend aus der Ferne. Die Stadt, deren Territorium an die Zweiga-Brache grenzt, plant schon seit Jahren den Bau einer Anbindung des Gewerbegebietes Steinpleis. Die soll entlang der Brache zur Ferdinand-Puchert-Straße in Fraureuth führen. Der Knackpunkt: die Straße würde im Bereich des Viaduktes auf Fraureuther Flur verlaufen und zwar genau in dem Abschnitt, auf dem derzeit noch das Teilstück der Brache steht, das sowieso für die Verlängerung der Westtrasse abgerissen wird.


Von Uwe Mühlhausen

Erschienen am 12.02.2009


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