Werdauer Zeitung
Gemeinde kauft Ruine
Abriss soll noch in diesem Jahr über die Bühne gehen
Fraureuth. Der Gemeinderat hat auf seiner jüngsten Sitzung den Beschluss gefasst, die Zweiga-Brache an der Ferdinand-Puchert-Straße zu kaufen. Über den Preis, so Bürgermeister Matthias Topitsch (CDU) wurde Stillschweigen vereinbart. "Die Sparkasse als Hauptgläubiger wird auf einen Großteil ihrer Forderungen verzichten", so das Gemeindeoberhaupt, ohne konkrete Zahlen nennen zu wollen. Das knapp 29.000 Quadratmeter große Areal hat zuletzt der Ruppertsgrüner Spinnerei GmbH gehört. Diese hatte 2002 Insolvenz angemeldet. Das Verfahren wurde kurze Zeit später mangels Masse eingestellt.
Mit dem Erwerb des Gebäudekomplexes ist der Weg für einen Eintrag ins Grundbuchamt frei. Ist der Eintrag erfolgt, kann die Gemeinde als Eigentümer für die Beseitigung der Brache einen Antrag auf Fördermittel stellen. Die Kosten für den Abriss belaufen sich nach ersten Schätzungen auf rund 1,5 Millionen Euro. Ein Betrag, den die Kommune aus eigenen Kräften nicht aufbringen kann. "Wir werden in den nächsten Tagen ein Ingenierbüro beauftragen, den Abriss vorzubereiten und die exakten Kosten ermitteln lassen", so Topitsch.
Als nächsten Schritt will er versuchen, das Straßenbauamt mit ins Boot zu holen und an den Kosten zu beteiligen. Der Grund: Ein Teil des alten Fabrikgeländes hätte die Behörde für die Fortführung des Baus der Westtrasse benötigt und dafür erwerben müssen. Die neue Straße, die im Sommer für den Verkehr freigegeben wird, endet derzeit genau am Gelände der Brache.
Bevor die Abrissbagger anrücken und die Zweiga plattmachen können, muss die Gemeinde noch ein paar Hausaufgaben machen. Dazu gehört unter anderem die Suche nach mindestens zwei Investoren, die sich künftig auf dem Gelände, das so groß wie vier Fußballfelder ist, ansiedeln. Topitsch zeigt sich optimistisch, diese bis Jahresende gefunden zu haben. "Eher können wir mit dem Abriss sowieso nicht beginnen", meint das Gemeindeoberhaupt. Wenn die Arbeiten erst einmal losgehen, könnte die Brache nach Topitsch Worten innerhalb von zwei Monaten dem Erdboden gleichgemacht sein. Damit wäre dann der größte, derzeit noch vorhandene Schandfleck im Ort beseitigt.
Von Uwe Mühlhausen
Erschienen am 06.03.2009
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