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Auch Manroland-Standort Offenbach gerettet

Britischer Mischkonzern Langley übernimmt Werk - Investoren wollen bereits 2012 Gewinne machen

Augsburg (dapd-bay). Nach der Übernahme des Augsburger Werks des insolventen Druckmaschinenherstellers Manroland durch die Lübecker Possehl-Gruppe ist auch der Standort Offenbach gerettet. Der britische Mischkonzern Langley übernimmt das Werk im hessischen Offenbach, wie Insolvenzverwalter Werner Schneider am Donnerstag in Augsburg sagte. Auch für das Werk im sächsischen Plauen sei eine Lösung in Aussicht.

"Wir sehen sehr gute wirtschaftliche Perspektiven für das restrukturierte Unternehmen", sagte der Chef des britischen Unternehmens, Tony Langley, in Augsburg über den Standort Offenbach. Nachdem dort im Zuge der Insolvenz die Zahl der Mitarbeiter um 947 auf 824 reduziert wurde, will Langley mit dem Bogendruckmaschinengeschäft bereits in diesem Jahr wieder schwarze Zahlen schreiben. Eine Bürgschaft des Landes Hessen, die zwischenzeitlich Thema war, benötigt Langley nicht.

Die Übernahme des Standorts Offenbach erfolgt einschließlich sämtlicher Produktionsanlagen und Immobilien sowie der kompletten internationalen Vertriebsorganisation in über 40 Ländern. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, sagte Schneider. Sowohl er als auch Langley zeigten sich überzeugt, dass damit eine "dauerhafte Perspektive" für den Standort, der künftig Manroland Sheetfed (Bogendruck) heißen soll, geschaffen wurde.

Langley hat weltweit etwa 2.300 Mitarbeiter. 2011 machte das Unternehmen bei einem Umsatz von 495 Millionen Euro 76 Millionen Euro Gewinn vor Steuern. Das Unternehmen ist unter anderem in Großbritannien, Frankreich und den USA tätig. In Deutschland führt Langley bereits zwei Unternehmensgruppen im Bereich Maschinen- und Anlagenbau: die Piller Gruppe in Osterode bei Hannover und die Claudius Peters Gruppe in Buxtehude bei Hamburg.

Auch der Manroland-Standort Augsburg, der von der Lübecker Possehl-Gruppe übernommen wurde und künftig Manroland Websystems (Offsetdruck) heißen soll, soll bereits in diesem Jahr wieder profitabel arbeiten, wie der Possehl-Vorstandsvorsitzende Uwe Lüders in Augsburg sagte. Dies sei aufgrund der geringeren Kosten möglich. So wurde die Zahl der Mitarbeiter in Augsburg im Zuge der Insolvenz um 741 auf 1.510 verringert. Dabei soll das Geschäft weitgehend fortgeführt werden wie bisher. Große Strategieänderungen seien nicht vorgesehen.

Auch für den Standort Plauen bahnt sich eine Lösung an. "Plauen, da bin ich zuversichtlich, wird bald einen neuen Eigentümer haben", sagte Schneider, ohne Details zu nennen. Er räumte ein, dass es mit der sächsischen Staatsregierung Verhandlungen über eine Bürgschaft gebe.

In dem sächsischen Werk wurde die Zahl der Beschäftigten um 348 auf 320 gesenkt. "Hier gehe ich davon aus, dass das nur ein kurzfristiger Abbau ist", sagte Schneider. Er erwarte schon bald wieder einen Stellenaufbau. Zuletzt hatte Possehl eine Übernahme auch der Werkes in Plauen nicht ausgeschlossen.

dapd

 
erschienen am 02.02.2012
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