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Die nächste Sendung mit Marianne Martin ist erst wieder am Heiligen Abend geplant. Die nächste Sendung mit Marianne Martin ist erst wieder am Heiligen Abend geplant.

Foto: Wolfgang Thieme (Archiv)

Aufstand für die Mundart-Ikone

Erst flog Marianne Martin fast ganz aus dem MDR-Programm - Jetzt überlegt der Sender, ihr wieder mehr Platz einzuräumen

Aue-Schwarzenberg. Fünf Personen sitzen an dem ovalen, braunen Tisch im 12. Stock des Neubaus, eine Frau und vier Männer. Es gibt Kaffee und Mineralwasser und im Hintergrund läuft der Fernseher, der Ton ist abgestellt. Die einzige Frau am Tisch heißt Gabriele Lorenz, sie ist die Bundesvorsitzende des Erzgebirgsvereins. Nach einer Stunde verlässt sie mit ihren beiden Begleitern zufrieden das Zimmer.

Gabriele Lorenz ist am Donnerstagnachmittag zusammen mit dem Schwarzenberger Landtagsabgeordneten Alexander Krauß (CDU) und dem Vorsitzenden der Senioren-Union, Kurt Rudolf aus Zwickau, beim MDR in Leipzig zu Gast gewesen. Die Frau hatte - sozusagen als oberste Wächterin über Kultur und Traditionspflege im Erzgebirge - bei Programmdirektor Wolfgang Vietze und dessen Programmbereichsleiter Thomas Reiche hartnäckig auf dieses Gespräch gedrängt und sich dabei noch Schützenhilfe vom Landtagsabgeordneten geholt. Immerhin ging es um ein großes Thema für das Erzgebirge. Der MDR hatte 2010 aus Kostengründen drei der vier jährlichen Volksmusik-Sendungen der erzgebirgischen Mundart-Ikone Marianne Martin aus seinem Programm genommen: So flimmert die Thalheimerin mit "So klingt's bei uns im Arzgebirg" dieses Jahr nur einmal über die Mattscheibe, am Heiligen Abend. Ein Sturm der Entrüstung brach daraufhin aus, unzählige Zuschriften erreichten den Erzgebirgsverein, den MDR und die Künstlerin selbst. Abgeordneter Krauß: "Damit war die erzgebirgische Mundart im MDR unterrepräsentiert."

Jetzt hat Gabriele Lorenz bei dem Gespräch in Leipzig den beiden MDR-Männern so etwas wie ein Versprechen abgerungen. Programm-Chef Wolfgang Vietze versicherte am Donnerstag: "Wir werden prüfen, inwieweit es möglich ist, wieder eine zweite Sendung ins Programm zu nehmen. Allerdings noch nicht in diesem Jahr." Das bestätigte Vietze auch auf Anfrage der "Freien Presse".

Demnach könnte Marianne Martin 2012 wenigstens wieder zwei Mal auf dem Bildschirm zum Einsatz kommen: am Heiligen Abend und womöglich im Herbst, wenn die Einschaltquoten erfahrungsgemäß höher liegen als bei ihren definitiv abgesetzten beiden Sendungen im Frühjahr und im Sommer. Der MDR-Programmchef regte allerdings auch an: "Natürlich sollte man über einige konzeptionelle Veränderungen nachdenken." Erzgebirgsvereins-Chefin Gabriele Lorenz ist erst einmal zufrieden, sie wertet den Besuch in Leipzig als Erfolg.

 
erschienen am 11.06.2011 (Von erik Kiwitter)
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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