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Biedenkopf verschenkt seine Memoiren an 126 Abgeordnete

Tagebuchreihe war mit Steuergeldern finanziert worden

Von Tino Moritz
erschienen am 05.02.2016

Sachsens Landtagspräsident Matthias Rößler hatte vorher die Fraktionschefs gefragt: Ob sie etwas dagegen hätten, dass jeder ihrer Abgeordneten die drei bislang erschienenen Tagebuchbände von Altministerpräsident Kurt Biedenkopf (CDU) von 1990 bis 1994 erhalte?

Geschenkt, wohlgemerkt, Biedenkopf soll die Bücher nämlich selbst erworben haben. Wenn er dabei den Ladenpreis von 29,99 Euro pro Band hätte zahlen müssen, wäre bei den 126 Abgeordneten von der AfD bis zu den Grünen einer Summe von 11.336 Euro und 22 Cent fällig gewesen. Aber offenkundig hat der 86-jährige Ex-"König Kurt" einen Rabatt bekommen, er ist ja der Autor. Der "Dresdner Morgenpost" sagte Biedenkopf jedenfalls, dass er 7000 Euro aus eigener Tasche gezahlt habe - und dass die Idee von Rößler und von ihm stammt.

Die Linken, die die kleine Aufmerksamkeit bekannt machten, sprechen freilich trotzdem nur in Gänsefüßchen von einem "Geschenk". Schließlich wurde die Veröffentlichung von der Staatskanzlei mit 307.900 Euro gefördert. Steuergeld, das vor allem zur Aufbereitung der Biedenkopf-Notizen an die Konrad-Adenauer-Stiftung floss. "Wahrscheinlich will die Tagebücher niemand haben", so Linke-Chef Rico Gebhardt. Pro Band sollen 3000 Exemplare gedruckt worden sein. Zehn Prozent vom Erlös der Bände zwei und drei fließen zurück in die Staatskasse.
 

 
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