Chemnitz: Bus- und Bahnfahren wird deutlich teurer
Verkehrsverbund Mittelsachsen erhöht ab August die Preise um 8,6 Prozent - Auch im Vogtland stehen Preiserhöhungen bevor
Chemnitz. Bus- und Bahnfahrer müssen ab Sommer in Chemnitz, Mittelsachsen und im Erzgebirge tiefer in die Tasche greifen. Die Verkehrsunternehmen im Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS) erhöhen zum 1. August die Preise. Die neuen Tarife sollen zwei Jahre gelten.
Die Fahrpreise werden in allen Ticketkategorien angehoben. Im Durchschnitt kosten Fahrscheine ab August 8,6 Prozent mehr. Wer in einer Zone - zum Beispiel der Stadt Chemnitz - Bus und Bahn fahren will, zahlt für ein Einzelticket künftig 1,90 Euro statt bisher 1,80 Euro. Der Preis für eine Tageskarte steigt um 20 Cent auf vier Euro.
Eine neue Preislogik gilt für Gruppenkarten. Bisher können mit einer Gruppentageskarte zum Pauschalpreis von acht Euro bis zu fünf Personen fahren. Ab 1. August gibt es eine Art Stufensystem: Die Tageskarte in Höhe von vier Euro gilt als Basispreis, für jeden Mitfahrer - maximal können vier Personen hinzu gebucht werden - werden zusätzlich 2,50 Euro fällig. Das hat zur Folge, dass zwei Personen mit einem Ticketpreis von 6,50 Euro günstiger als bisher fahren können. Schon ab drei Personen (9 Euro) ist der Mitfahr-Schein aber teurer als das derzeit gültige Gruppenticket, bei fünf Personen (14 Euro) kostet es sechs Euro mehr. Alte Einzelfahrscheine und Tageskarten können bis zum 31. August 2012 genutzt werden.
Vorerst aufatmen können Schüler und ihre Eltern im VMS-Gebiet. Zwar steigt der Preis für das Schülerverbundticket - das zum Bus- und Bahnfahren im gesamten Verbundgebiet berechtigt - in einer ersten Stufe von monatlich 35,80 auf 39 Euro und zum 1. August 2013 auf 44 Euro. Die Elternbeiträge in Höhe von 80 Euro pro Schuljahr werden 2012 nicht angehoben, sagte VMS-Geschäftsführer Harald Neuhaus: "Die Mehrkosten tragen wir." 2013 werde es aber eventuell eine Erhöhung der Elternbeiträge geben. Begründet werden die Preiserhöhungen mit steigenden Kosten für Kraftstoff und Personal: "Wir hatten die Wahl: Entweder wir schränken das Angebot massiv ein oder wir geben einen Teil der gestiegenen Kostenweiter", so Neuhaus. So sei beispielsweise der Preis für Diesel um fast 15 Prozent in einem Jahr gestiegen.
Auch im Vogtland sollen die Fahrkarten teurer werden, sagte Verkehrsverbund Vogtland-Geschäftsführer Thorsten Müller: "Wir arbeiten daran, aber noch ist nichts beschlossen." (mit ael)
11:06 Uhr
Emma0815: @wundesknie
Ich finde die Benzinpreise auch viel zu hoch, das hab ich nicht bestritten. Aber deshalb die anderen "bluten" zu lassen nur weil man selber "leidet" ist einfach arm, tut mir Leid. Diese Aussage fördert einen Zweiklassengesellschaft. Vielleicht sollten Sie sich das mal selber zu Herzen nehmen!!!!!
20:45 Uhr
wundesknie: ja emma 0815 ihrer meinung nach halt auch nur :: immer die anderen. so prägt man 2 klassengesellschaften
19:17 Uhr
HorrorBeetle: Genaugenommen hat der VMS gar nichts mit dem ÖPNV-Angebot zutun. Als Träger des SPNV (Schienenpersonennahverkehr) kümmert er sich nur um die Regionalzüge, nicht um die Busse auf der Straße. Träger des ÖPNV sind die Landratsämter und die kreisfreie Stadt Chemnitz. Das ÖPNV-Angebot wird also in den Landkreisen gemacht, erhöht/ verringert und eben auch finanziert.
Die Tarife des VMS sind einheitliche Preise, welche sich ganz nüchtern an den Kostenstrukturen der Unternehmen orientieren (z. B. CVAG, REGIOBUS, RVE etc.) und natürlich NICHT kostendeckend sind!!!
Im Übrigen beschließt nicht der VMS die Tarife, sondern dessen Verbandsmitglieder, was wiederum die Landkreise und die Stadt Chemnitz und somit die Politik ist!
So viel zum Hintergrund!
16:52 Uhr
ZwischenDenZeilen: Gefährliche Strategie des VMS, stumpf die Preise anzuheben. Ohne echte Mehrwerte sitzen bleiben Bus und Bahn die Notlösung anstatt die bessere Alternative zum PKW zu werden.
16:28 Uhr
Ballfreund: Ich wusste, daß diese Argumente kommen würden. Natürlich sieht die Rechnung anders aus, wenn man Anschaffung, Versicherung und Werkstatt mit einbezieht. Diese Rechnerei funktioniert aber nur, wenn man sich das Auto ausschließlich wegen der Fahrt zur Arbeit anschafft. Dem ist aber in den meisten Fällen nicht so. Und somit steht der PKW sowieso vor der Tür und verursacht diese Kosten, selbst wenn man auf die CVAG umsteigt. Von daher ist die Rechnung mit den reinen Spritkosten durchaus korrekt. Alternativ empfiehlt sich in den Sommermonaten sowieso das Rad.